Die Flammen zerstörten Häuser und Grundstücke, von Kinglake ist nicht viel mehr als der Name auf einer Landkarte geblieben. 35 Menschen starben allein hier nach Angaben des australischen Fernsehsenders ABC, in Kinglake West gab es neun Tote. Christopher Harvey überlebte das Inferno. "Wir hatten keine Chancen gegen das Feuer", sagt er. Die Flammen züngelten zunächst am Rand der Gemeinde, eine Minute später wälzten sie sich mitten hindurch. Zurück blieben Asche und verkohlte Bäume. Viele Menschen hatten noch versucht, dem Inferno zu entkommen. Auf der Straße, die aus dem Ort herausführt, stehen Autos mit verbrannten Leichen. Manche Wagen sind gegen Bäume geprallt, wegen des dichten Rauches hatten ihre Fahrer so gut wie nichts mehr erkennen können. Von Häusern blieben nur Aschereste, Eisenstangen recken sich in den Himmel. Thomas Libreri, Farmer in Kinglake, kam mit dem Leben davon. Doch auch er wird das Inferno wohl nie mehr vergessen. Ein Nachbar rettete sich zu seinem Haus, sein Körper war übersät mit schweren Brandwunden. Ohne medizinische Hilfe in Reichweite entschied Libreri, den Verletzten in den Swimming Pool zu legen. "Das werden meine Kinder lange im Gedächtnis behalten: Zu sehen, wie jemand derart verbrannt ist, Schmerzen hat, und alle versuchen, ihn am Leben zu halten", sagt der Farmer. Erst nach sechs Stunden kam ein Rettungswagen. Ein ähnliches Schicksal wie Kinglake teilen auch die ehemals idyllischen Gemeinden Strathewen und Marysville. In dem kleinen Bergweiler Strathewen stehen nach einem Bericht der australischen Nachrichtenagentur aap nur noch drei von früher 40 Häusern. Hier starben sieben Menschen. Die Flammen löschten auch das nahe gelegene Marysville aus, zwölf Einwohner kamen ums Leben. Die Behörden erklärten die Gemeinde zu einem Tatort. Sie vermuten Brandstiftung.