November muss auch der Benutzerraum des Archivs für Besucher geschlossen werden. Die Stadtverwaltung reagiert damit auf das Ergebnis eines Gutachtens, das der vorhandenen Elektroanlage ein verheerendes Zeugnis ausstellt. So habe der beauftragte Sachverständige keine Verantwortung mehr für das vor Jahrzehnten installierte Elektrosystem übernehmen wollen, sagt Kulturamtsleiter Bernd Warchold.

Derzeit werden Vorbereitungen für eine provisorische Anlage getroffen. Damit sollen wenigstens die notwendigsten Arbeits- und Magazinräume des Stadtarchivs und Museums über Strom verfügen. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, sagt Rathaussprecher Wieland Eschenburg. Schließlich seien die gerade im Stadtarchiv eingelagerten Dokumente von einem unschätzbaren Wert.

Wegen der abgestellten Elektroanlage muss die eigentlich für diesen Monat geplante Ausstellung „Aufbruch in die Moderne“, die das neue Bauen in Cottbus ab den 1960er-Jahren thematisiert, verschoben werden. Die Präsentation soll nun ab Ende Februar 2012 im Cottbuser Rathaus gezeigt werden. Auch zwei für den 16. und 23. November in der Bahnhofstraße 52 vorgesehene Lesungen können dort nicht stattfinden. „Wir suchen nach einem Ausweichort, denkbar wäre zum Beispiel die Stadtbibliothek“, sagt Bernd Warchold. Anfragen an das Stadtarchiv sind laut Verwaltung auch weiterhin uneingeschränkt per Post oder per E-Mail (Udo.Bauer@stadtmuseum.cottbus.de) möglich.

Wie lange das Provisorium ausreichen muss, kann der Kulturamtsleiter nicht sagen. „Das hängst von der jetzt beginnenden Haushaltsdiskussion ab“, erklärt er. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen sei ein höherer sechsstelliger Betrag erforderlich, um das Museum so herzurichten, dass es auch wieder für öffentliche Veranstaltungen geöffnet werden kann.