Ein Samen des unter anderem in Indien und Afrika vorkommenden Paternosterbohnenstrauchs (Abrus precatorius) enthält etwa 75 Mikrogramm hochgiftiges Abrin, heißt es in einer Stellungnahme des BfR. Das entspreche einer Dosis, die für Kinder tödlich sein kann. Bei Kleinkindern liege die tödliche Menge sogar deutlich darunter. Bei Erwachsenen führten 40 bis 150 Milligramm zu schweren Vergiftungen, warnt das BfR.

Die etwa fünf Millimeter großen Samen mit harter Schale sind oval und glänzen rot. Sie werden als Perlen bei Naturschmuckketten verwendet und enthalten den giftigen Samenkern, der beim Auffädeln auf eine Kette oft angebohrt wird. Kinder könnten an den Bohnen lutschen, knabbern oder sie verschlucken. Nach wenigen Stunden bis zu zwei Tagen kann das Gift eine schwere Magenschleimhautentzündung mit Erbrechen, Durchfall und Krämpfen bis hin zu Nieren- sowie Kreislaufversagen bei großem Flüssigkeitsverlust auslösen.

Todesfälle von Kindern nach dem Kauen von ein bis zwei wahrscheinlich unreifen Samen wurden dem BfR zufolge aus Amerika berichtet. 2004 habe das Hessische Sozialministerium von Vergiftungsfällen bei mehreren Kindern informiert, die Pater nosterbohnensamen aus einer Rassel in den Mund nahmen.

Wenn unzerkaute Samen verschluckt werden, besteht keine Vergiftungsgefahr, da die harte Schale bei der Magen-Darm-Passage nicht aufgelöst wird. Auch bei Hautkontakt mit zu Ketten verarbeiteten Paternosterbohnen sei nach BfR-Angaben kein gesundheitliches Risiko zu erwarten. Dennoch warnt das Institut nachhaltig, solchen Schmuck Kindern zugänglich zu machen.

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