Wer Spielzeug einkauft, sollte sich jedes Angebot vor dem Kauf in Ruhe ansehen. Welche Funktionen hat es? Ist mein Kind in der Lage, damit zu spielen? Entspricht es seinem Typ? Diese Fragen zu beantworten, empfiehlt Stiftung Warentest in der Novemberausgabe ihrer Zeitschrift test. Und auch das: „Prüfen Sie mit allen Sinnen. Schnuppern, reiben, ziehen und wackeln Sie am Spielzeug. Riecht es unangenehm und fallen Teile ab, lösen sich Nähte oder Farben – lassen Sie die Ware besser im Laden liegen.“ Auch auf scharfe Ecken und Kanten sollte geachtet werden. Die Warentest-Experten hatten in ihrer umfassenden Prüfung nur etwa bei der Hälfte der analysierten Spielzeuge keine Bedenken. Einige Waren stuften sie jedoch als mangelhaft ein.

Beim Spielen unmittelbare Gefahr. Zwei Spielzeuge setzten Kinder einer unmittelbaren Gefahr aus. Darunter ist ein Stethoskop von Toys“R“Us, das zum Puppenset „You & Me Werd' wieder gesund“ (zehn Euro) gehört. Der Stethoskop-Schlauch bildet eine Schlaufe, die sich leicht über den Kopf ziehen lässt. Ein kleines Kind könnte sich damit strangulieren, da sich die Schlaufe bei stärkerem Zug nicht öffnet. Bei einem Pferdeanhänger von Ost-heimer können sich Kleinteile lösen – ein Risiko, wenn die Jüngsten diese Teilchen in den Mund nehmen und verschlucken.

Gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Im Spielzeugtest ging es aber nicht nur um die unmittelbaren Gefahren, sondern auch um gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Stoffe, die etwa die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder die Krebs auslösen können. Fünf Spielzeuge sind in puncto Schadstoffe mangelhaft, darunter die Produkte von Brio – Safari Figure 8 Set, (28 Euro), Eichhorn – Achterbahn (21,20 Euro), Tedi – Modellzug (vier Euro), Simba – Knights Angriffsturm (15 Euro) und Galeria Kaufhof – Kids only Babys erste Worte. Acht Spielzeuge bewertet die Stiftung Warentest mit ausreichend.

An Schadstoffen fanden die Tester zinnorganische Verbindungen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Nonylphenol, Nonylphenol ethoxylate oder Schwermetalle. Diese Stoffe können die Gesundheit gefährden. Sie können sich lösen, wenn Kinder intensiv mit einem Spielzeug spielen, es in der Hand halten oder sogar in den Mund nehmen.

Kinder müssen deshalb vor den Wirkungen solcher Stoffe geschützt werden – aus Vorsorge, mahnen die Prüfer. Die gesetzlichen Regelungen für Spielzeug reichen bisher nicht aus. Die Grenzwerte sind oft zu hoch oder ungenau geregelt. Die Warentester haben deshalb strenger bewertet, beim Thema Nickel zum Beispiel. In der Spielzeug-Richtlinie ist der Hautkontakt mit Nickel nicht eindeutig reguliert. Dabei ist bereits jetzt jedes zehnte Kind gegenüber Nickel sensibilisiert. Oft wird daraus eine lebenslange Kontaktallergie. Kinder sollten deshalb so wenig wie möglich mit Nickel in Kontakt kommen, raten die Experten.

Mit „sehr gut“ oder „gut“ gepunktet. Die Testergebnisse zeigen aber auch: Es gibt sicheres und weitgehend schadstofffreies Spielzeug für Kinder. Viele Spielzeuge im Test sind sehr gut oder gut. Darunter gibt es auch bekannte Marken wie Bullyland, Haba, Lego, Plantoys, Playmobil und Schleich. So empfehlen die Prüfer von Stiftung Warentest zum Beispiel für kleine Ärzte den Doktorkoffer von Klein – Its Imagical Doktor Set (17 Euro). Der Bauarbeiter-Nachwuchs spielt gefahrlos mit einem Produkt von Bruder Schaeff HR 16 Mini-Bagger (14 Euro). Für Flieger und Fahrer sind folgende Erzeugnisse interessant: Lego Bausteine Flughafen (20 Euro), Bandai Power Rangers Turbo Cycle (13 Euro), Plantoys Parkhaus (74 Euro). Für Puppenfans gut geeignet sind die Modelle Eddy Toys Modepuppe Ballerina (3,50 Euro) und Götz Muffin (40 Euro).

Ausführlich in test 11/11 von Stiftung Warentest