Unweit des noch bis Ende 2012 andauernden Ausbaus der A13 zwischen Duben und Lübbenau werden auf der A15 zwischen Cottbus-West und Vetschau vier Zentimeter starke Asphalt-Deckschichten abgefräst und durch neue ersetzt. Die zwei Kilometer lange Strecke in Richtung Cottbus wurde in der vergangenen Woche fertig. Gleiches passiert derzeit auf fünf Kilometern in Richtung Spreewalddreieck. Fuß vom Gas heißt es dort noch bis Monatsende.

Schon im Januar musste wegen Schnees und der Schlaglöcher aus Sicherheitsgründen jeweils eine Fahrspur auf zwei Abschnitten zwischen Cottbus und dem Spreewalddreieck gesperrt werden. Und die Löcherpisten nervten Monate lang weiter. Dass sie nun erst kurz vor dem nächsten Winter erneuert werden, führt Bauüberwacher Thomas Mattuschka auf langwierige Materialuntersuchungen, Planungen und deutschlandweite Ausschreibungen zurück. „Denn auf der Autobahn können die Löcher nicht wie auf Bundes- oder Landesstraßen einfach mal gestopft werden“, sagt er. Die Belastung durch den schnellen und schweren Lkw-Verkehr seien einfach zu hoch. Die Flicken würden das nicht lange aushalten.

Die A15 hat es in sich. Zur Bundesgartenschau im Jahr 1995 in Cottbus war sie zweispurig ausgebaut und bis zu dieser Zeit nicht mehr als eine einspurige Holperpiste. Nur sieben Jahre später brachte schlechte Betonqualität Ärger. Ein Abschnitt bei Vetschau musste mit einer vier Zentimeter starken Asphaltschicht überzogen werden. Die Folge: Die Mittelleitplanken waren zu niedrig geworden. Für rund 100 000 Euro wurden sie herausgenommen und versetzt.

Eine Asphaltdecke hat laut Thomas Mattuschka zehn bis zwölf Jahre zu halten. Aber der Beton darunter hat den heute noch gefürchteten Betonkrebs bekommen. „Zement und bestimmte Zuschlagstoffe haben zu chemischen Reaktionen geführt, die wiederum bestimmte Stoffe im Beton haben aufquellen lassen“, beschreibt Thomas Mattuschka den Vorgang. Das habe zu einem deutschlandweiten Phänomen geführt: Alle fünf bis zehn Meter taten sich Blasen im Asphalt auf, die den Autofahrern gewaltig zu schaffen machten. „Das war durchaus gefährlich, denn jeder rechnet damit, dass die Autobahn frei ist und schnell befahren werden kann“, sagt Thomas Mattuschka. Betroffen seien später auch 15 Kilometer Autobahn bei Dessau in Sachsen-Anhalt gewesen.

Die Brandenburgische Technische Universität in Cottbus forsche seit geraumer Zeit zum Thema Betonkrebs. Beim Ausbau des fast sechs Kilometer langen Abschnitts der A13 zwischen Duben und Lübbenau werde bereits frostsicherer Beton verarbeitet, der krebsresistent sei.

Auf dem A15-Abschnitt, der gerade erneuert wird, tragen Bauleute nun eine sechs Zentimeter dicke Binderschicht und vier Zentimeter Asphalt auf. Wegen der höheren Fahrbahn sind auch die Schutzplanken wieder zu erneuern.

Autobahnabschnitte mussten nach dem Winter auch bei Freienhufen erneuert werden. „Vorgebeugt haben wir zwischen Calau und Bronkow. Stück für Stück werden wir die A15 weiter erneuern müssen und hoffen, dass uns dort keine Schlaglöcher mehr überraschen“, erklärt Thomas Mattuschka. Ähnlich wie bei Vetschau werde noch drei Wochen lang zwischen den Anschlussstellen Klettwitz und Großräschen die zwölf Jahre alte Betondecke überbaut. Auch an der sächsischen Grenze seien derzeit Arbeiten im Gange.