Ein Jahr ist es her, dass die damals noch im Amt befindliche Kulturministerin Brandenburgs, Johanna Wanka (CDU), den Tröbitzern Fördermittel aus dem ehemaligen SED-Parteivermögen versprach. Damit sollte die Erinnerungsausstellung an den Verlorenen Transport überarbeitet und sogar ein neues Museum erbaut werden. Selbst ein erstes Konzept wurde erarbeitet. Ein moderner Bau sollte es werden, mit Sichtachsen zu den weiteren Erinnerungsorten der Region. Denn die mit Hilfe von ABM-Kräften zusammengestellte Ausstellung in der ehemaligen Neuapostolischen Kirche ist von außen in dem unscheinbaren Häuschen kaum als solche zu erkennen. Andreas Claus, Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück und Mitinitiator einer neuen Arbeitsgruppe, die die Erinnerung ortsübergreifend aufrecht erhalten will, erklärt: "Ein Dokumentationszentrum in Tröbitz, verbunden mit den Bemühungen in Langennaundorf und Schipkau, ist dafür ein wesentlicher Punkt."Doch die Tröbitzer, von denen auch einige engagierte Bürger in der neuen Arbeitsgruppe mitarbeiten, bleiben skeptisch. Statt des Neubaus favorisierten die Gemeindevertreter eine Sanierung des bisherigen Baus. Dazu wurden sogar bereits Kostenvoranschläge eingeholt. Die Überarbeitung der Ausstellung könne das Kreismuseum übernehmen, so der Tenor. Der Widerstand gegen den Museumsneubau beruht zum einen auf der klammen Haushaltslage der seit Jahren verschuldeten Gemeinde. Zudem fürchten einige im Ort rechte Aufmärsche, wenn eine neue, öffentlich sichtbare Ausstellung kommt. Doch selbst die von den Tröbitzern favorisierte kleine Lösung lässt seit Längerem auf sich warten. "Wir verfolgen das Ziel der Gemeindevertretung", versichert Bauamtsleiter Torsten Drescher. Derzeit sei die Beantragung von Fördergeldern aus dem SED-Topf allerdings gestoppt. Nach dem Wechsel im Potsdamer Ministerium warte man nun auf Signale, wann ein neuer Antrag sinnvoll ist. "Wie sich die Tröbitzer 1945 verhalten haben, das ist ein Beispiel für große Menschlichkeit", streicht Claus heraus. Die Erinnerung daran und an die Schicksale müsse aufrecht erhalten werden - zumal Erika Arlt, die sich bisher sehr engagiert um die Besucher und Angehörige kümmerte, aus Gesundheitsgründen nicht mehr allein dafür verantwortlich sein kann. "Wir wollen ihr zeigen, dass ihr Engagement fortgeführt wird", erklärt Andreas Claus.