Dr. Rainer Ernst berichtet von beeindruckenden und emotional berührenden Tagen in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. ,,Vor einigen Monaten hat sich Erika Arlt entschieden, all ihre über Jahrzehnte zusammengetragenen Originaldokumente in das Eigentum der Gedenkstätte Bergen-Belsen zu übergeben“, weiß Dr. Ernst. ,,Eigentlich hätte sie das umfangreiche Konvolut aus Briefen, Fotos, Dokumenten Überlebender, von Archivmaterial und administrativen Anweisungen der sowjetischen Militäradministration selbst überreichen sollen, denn es ist ihr Verdienst, dass man so viel über den bei Tröbitz am 23. April 1945 gestrandeten Zug weiߓ, unterstreicht Dr. Ernst die Verdienste von Erika Arlt. Da sie die Strapazen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf sich nehmen kann, ist Dr. Ernst von der Gedenkstättenmitarbeiterin Elke von Meding zu den Gedenktagen nach Bergen-Belsen eingeladen worden.

,,Das Material von Erika Arlt mit Erlebnisberichten und Briefdokumenten von Überlebenden ist an die richtige Adresse gekommen“, versichert Dr. Ernst. Während einer offiziellen Erinnerungsveranstaltung mit Überlebenden des KZ Bergen-Belsen konnte er das Material an den Gedenkstättenleiter Dr. Rahe übergeben. Die Gedenkstätte werde mit Fördermitteln, die Geschichte des ,,Verlorenen Transports“ als Forschungsauftrag wissenschaftlich erarbeiten und dokumentieren, so Dr. Rahe. Erika Arlts Originaldokumente stellen dafür eine große Hilfe dar. Für Erika Arlt dürfte das die größte Anerkennung ihrer jahrelangen Forschungs- und Recherchearbeit sein, denn es dürfte ihr nicht leicht gefallen sein, die Originaldokumente aus der Hand zu geben, mutmaßt Dr. Ernst. Der Zug mit jüdischen Häftlingen aus zwölf Nationen war am 23. April 1945 nach einer Irrfahrt in Tröbitz geöffnet worden. Die Insassen entgingen der geplanten Tötung im KZ Theresienstadt. Für die Arbeit in der Region ist das gesamte Material aufwändig in dreifacher Ausfertigung kopiert worden. Das dürfte auch für die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft ,,Verlorener Transport“ mit allen Kommunen, in denen jüdische Häftlinge des Transportes begraben liegen, wichtige Arbeitsgrundlage sein. Außerdem sei bei Bedarf jederzeit an die Originale heranzukommen, ist mit der Gedenkstätte in Bergen-Belsen vereinbart.

Zu den Überlebenden des KZ Bergen-Belsen, mit denen Dr. Rainer Ernst ins Gespräch kam, gehört Ariela Koretz aus Israel, Vorsitzender der Vereinigung ,,Überlebende des Transportes“. Wie nahe den ehemaligen KZ-Häftlingen und Insassen des Transports die Geschehnisse von vor 65 Jahren immer noch gehen, erlebte Dr. Ernst bei der Gedenkveranstaltung an der Eisenbahnrampe in Bergen-Belsen auch an einer Gruppe ehemaliger französischer KZ-Häftlinge.

Dr. Ernst war bei seinem Besuch im niedersächsischen Bergen-Belsen beeindruckt von der ,,ausgezeichneten Gedenkstättenarbeit“ und der museumspädagogisch modernsten Präsentation der Ausstellungen. Eine Fundgrube auch für Schulen, empfiehlt der Historiker, zumal von der Gedenkstätte zahlreiche Begleitveranstaltungen angeboten werden.Video-Nachrichten zum Artikel bc_widget_single({'token':'Yv5Hi9hkfha42V_EyX-LerBxuXGTwWeLQ1A2Qf6PrK0.', 'width':450, 'postfix':'', 'videoIds':[79549178001], 'dir': 'http://www.lr-online.de/mediacenter/videos/', 'playerIds':[21313753001]});