50 Jahre nach dem Grubenunglück von Lengede haben mehrere Hundert Menschen an die Katastrophe und die legendäre Rettungsaktion erinnert. "Helden waren die, die immer wieder gefordert haben, weiter zu suchen", sagte der Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde, Hans-Hermann Baas, auf der Gedenkfeier am Donnerstag.

Am 24. Oktober 1963 wurden 129 Kumpel durch einen eingebrochenen Klärteich unter Tage verschüttet. 29 Bergleute kamen in der Tiefe ums Leben.

Die Rettung von elf totgeglaubten Männern zwei Wochen nach der Katastrophe ging als "Wunder von Lengede" in die Geschichte ein.

Neben Bergleuten und Angehörigen der Opfer nahmen auch Gerhard Hanusch und Adolf Herbst an der Gedenkfeier und dem ökumenischen Gottesdienst teil - zwei der letzten Überlebenden des Unglücks. "Das Unglück trug von Anfang an auf eigenartige Weise die Züge eines Mythos, eines Mysteriums, eines Wunders", betonte der ehemalige Direktor des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum, Rainer Slotta. "Man muss auch daran erinnern, dass 29 Bergleute das Unglück mit ihrem Leben bezahlt haben", sagte Bürgermeister Baas. Für die Opfer wurden 29 Rosen und mehrere Kränze an der Gedenkstätte in Lengede niedergelegt. "Warum mussten 29 Bergleute sterben? Warum wurde der Klärteich so hoch gefüllt? Hätten andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen?", fragte Baas. Trotz Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war die Grubenleitung nie angeklagt worden.