Parkseminare gibt es seit den 1960er-Jahren. "Es geht vor allem darum, die Leute für die Werte der historischen Anlagen zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, von Fachleuten zu lernen", sagt Claudius Wecke, Parkleiter der Stiftung Park und Schloss Branitz. Vor allem kleine Anlagen könnten so ins Bewusstsein gerückt werden. Im Mittelpunkt der Publikation, die der Landesverein Sächsischer Heimatschutz und der Europäische Parkverbund Lausitz herausgegeben haben, steht aber ein Hochkaräter: der Schlosspark Brody (Pförten) in Polen. Dort findet am 25. und 26. Oktober das vierte Parkseminar statt. Diesmal werden Teilnehmer unter fachlicher Anleitung eine historische Sicht auf die Schlosswiese wiederherstellen und die Wegeanbindung an das Schloss begehbar machen. Weitere Arbeiten finden an der Liebesinsel, der Erlenwiese, der Orangerie und der Hubertuseiche statt.

Gerade rechtzeitig haben die Autoren Rudolf Schröder und Claudius Wecke erstmals die mehr als 50-jährige Entwicklung der Parkseminare sowie deren Aufbau, Durchführung und Dokumentation am Beispiel von Brody dargestellt. Das Buch sei so etwas wie eine Bedienungsanleitung für Interessenten, erklärt Wecke. Gemeinden, die über Parkanlagen verfügen, fänden darin wertvolle Anregungen, wie sie die Pflege mit bürgerschaftlichem Engagement organisieren können, betont Antje Popp vom Europäischen Parkverbund Lausitz. Gleichzeitig vermittelt das Buch aber auch Informationen über die Geschichte des Parks und Wissenswertes über Gartenkultur.

Die Broschüre ist im Buchhandel nicht erhältlich. Sie wird vielmehr im Schriftentausch mit anderen Kultureinrichtungen angeboten. "Wir haben das Heft aber auch allen Bibliotheken in Cottbus und im Spree-Neiße-Kreis zur Verfügung gestellt", sagt Claudius Wecke.