Allein, ohne jeglichen Anhaltspunkt bewegen wir uns Richtung Ausgang und finden uns wenig später in einer riesigen Spielwelt, der fiktiven Region Appalachia wieder, einem Ödland irgendwo in den Vereinigten Staaten. Die Spielserie „Fallout“ geht mit 76 endlich in die nächste Runde und macht vieles anders. Ob sich die Reise ins postapokalyptische Ödland lohnt, haben wir für Euch getestet.

Die wohl größte Neuerung bemerkt der geneigte Spieler schon beim ersten Spielstart. „Fallout 76“ setzt auf einen stetigen Onlinezwang und ist als reines Multiplayergame ausgelegt. Trotz Allem bewegen wir uns die meiste Zeit allein auf der riesigen Spielwelt, die im Übrigen fast viermal so groß wie die des Vorgängers ist. Wahllos werden wir einem Spielserver zugewiesen, auf dem sich pro Partie bis zu 24 Spieler tummeln. Dennoch sind „menschliche“ Begegnungen auf Grund der Spielweltgröße selten. Sinn macht allerdings die Kooperation in individuell erstellen Parties, denn hier wird der Spieler mit wesentlich mehr Erfahrungspunkten für das Erledigen von Missionen belohnt.

Nichtspielercharaktere treffen wir gar nicht mehr an, Missionen erhalten wir nur durch gefundene Notizen oder an einem der vielen Terminals. Bedeutet also, Bewegung in der Nähe deutet entweder auf andere Mitspieler oder eines der vielen Monster hin, die Appalachia bevölkern. Davon gibt es aber dafür jede Menge in diversen Stärken und Größen.

Insgesamt ist die Karte in verschiedene Bereiche unterteilt in denen wir auf unterschiedlich starke Widersacher treffen. Somit umgehen wir zu Spielbeginn den drohenden Charaktertod.

Bekannt aus dem Vorgänger ist das VATS-Zielsystem, mit dem wir uns die Schwachstellen der Gegner anzeigen lassen können und gezielter schwere Treffer platzieren. Vorausgesetzt wir haben die richtige Waffe. Die finden wir neben diversen anderen Objekten überall auf der Karte entweder im Gelände oder in Gebäuden. Wir sammeln alles an Materialien was wir in die Finger bekommen und verbessern damit unser Outfit nebst zugehöriger Panzerung oder eben die Feuerkraft unserer Schießprügel.

Neben den Gegnern machen uns bei der Erledigung rollenspieltypischer Aufgaben aber auch Durst, Hunger und die Radioaktivität zu schaffen. Ständig müssen wir verseuchtes Wasser abkochen oder Nahrungsmittel herstellen. Eine entsprechende Anzeige macht uns auf den jeweiligen Mangel aufmerksam. Die ständige Radioaktivität zehrt hingegen an unserem Lebensbalken und will mit entsprechenden Mitteln unterdrückt werden.

Nach einigen Stunden errichten wir unser eigenes Lager inklusive Kochstelle und Schlafstatt. Eine Vorratstruhe, auf die nur wir Zugriff haben wird ebenfalls aufgestellt, vorausgesetzt die nötigen Materialien befinden sich in unserem Inventar.

Dank Autospeicherfunktion und Schnellreise ist das Leben im Ödland weniger stressig als es vielleicht klingt. Wir erwischen uns immer wieder beim Interagieren mit anderen Spielern oder beim behutsamen Erkunden der wunderschönen Spielwelt.

Neueinsteiger werden in den ersten Missionen tutorial an die Hand genommen und finden sich somit auch schnell zurecht.

Generell ist „Fallout 76“ ein enorm zeitraubendes Spiel mit unendlichen Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen.

Fazit: „Fallout 76“ macht vieles neu, aber nicht unbedingt besser. Ein Spiel als Zeitfresser für Sammelwütige und Rollenspielfreunde. Man sollte sich Zeit nehmen, um auch abseits der vielen Missionsstränge die schöne Welt von Appalachia zu entdecken, immer vorausgesetzt Hunger, Durst und Radioaktivität machen einem nicht zu schaffen.

Wir geben eine klare Kaufempfehlung für Spieler mit einer entsprechenden Internetverbindung und viel freier Zeit. Wir sehen uns im Ödland.

Das Spiel ist ab ca. 59,00€ erhältlich.
USK: ab 18 Jahren
https://fallout.bethesda.net/
4/5 Sternen
Michael Siering

Bildergalerie Willkommen im Ödland