Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Cottbuser Stadtverordneten die künftige Zusammenarbeit mit dem Landkreis Spree-Neiße besiegelt. Mit großer Mehrheit beschlossen sie die Zusammenlegung der Fachbereiche Landwirtschaft und Veterinärwesen, Fischerei und ausländerbehördliche Angelegenheiten. In die zweite Lesung wurde dagegen der Beschluss zur Übertragung der katasterbehördlichen Zuständigkeiten an den Landkreis Spree-Neiße verwiesen. Das Thema soll in den Ausschüssen erst noch einmal beraten werden und dann im Februar erneut auf die Tagesordnung kommen.

Über diese erneute Verzögerung informierte der Beigeordnete der Spree-Neiße-Kreisverwaltung, Olaf Lalk (CDU) am Mittwochabend die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Kreistages. Wenn die Cottbuser im Februar zustimmen sollten, sei noch immer genügend Zeit, die Kollegen aus der Stadt in die neue gemeinsame Behörde zu integrieren. Den Start habe man ohnehin auf den 1. Mai verschoben. Bisher war der 1. April genannt worden, an dem auch die anderen gemeinsamen Behörden mit der Stadt Cottbus ins Rennen gehen. Beim Katasteramt soll künftig Spree-Neiße den Hut aufhaben. Als Sitz ist das Behördenzentrum in Cottbus geplant.

Notfalls - das hatten die beiden Landkreise immer wieder betont - ist auch eine Zusammenlegung der Katasterämter ohne Cottbus möglich. Die Kreistage OSL und SPN hatten die nötigen Beschlüsse dafür jedenfalls gefasst und sind gewillt, am 1. Mai loszulegen. Gewartet wird nur noch auf die Genehmigung durch das Innenministerium in Potsdam. Eine erste Überarbeitung der Verträge war nach Hinweisen aus Potsdam bereits erfolgt, sodass die Kreisverwaltung von einer Genehmigung ausgeht.

Bei OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) geht der Blick sogar schon darüber hinaus. Der Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Katasterbehörde könnte ein erster Schritt für die weitere Zusammenarbeit von Ämtern in den südlichen Landkreisen sein. "Wenn dieser Zusammenschluss gelingt, ist das wie eine Eintrittskarte in weitere Verhandlungen", sagt Heinze. Er hält die Zusammenarbeit für unumgänglich. Das habe nichts mit Selbstaufgabe zu tun. Man trage der Entwicklung Rechnung und sei es den Steuerzahlern schuldig.