Auch aus dem Bohrloch in über 1500 Metern Tiefe scheine derzeit kein Öl zu sprudeln, sagte Ashley Butler, eine Sprecherin der Küstenwache in Louisiana. Allerdings treibt bereits ein größerer Ölteppich auf die Küste von Louisiana zu.Nach den Worten Butlers bedeckt der Ölfilm an einigen Stellen bereits eine Meeresfläche von 16 mal 16 Kilometer. Vermutlich handele es sich um Ölreste der Explosion. Der Teppich befand sich am Freitag etwa 60 Kilometer vor der Küste Louisianas. Bei normaler Strömung werde es mehrere Tage dauern, bis das Öl die Küste bei Venice erreiche, sagte Butler. Umweltschützer warnten, dass durch das Öl Vögel und Garnelenkulturen gefährdet seien.Die Gefahr durch weitere Ölmassen ist längst nicht gebannt. "Wir können noch nicht endgültig ausschließen, dass weiteres Öl in den Golf von Mexiko tritt", hieß es bei der Küstenwache.Die Plattform "Deepwater Horizon" des Konzerns BP (British Petrol) ist so groß wie zwei Fussballfelder. Auf ihr hatte sich am Dienstag aus bisher unbekannten Gründen eine schwere Explosion ereignet. Die meisten der über 120 Arbeiter konnten gerettet werden. 17 wurden verletzt. Elf Arbeiter werden seit der Explosion vermisst. Es gibt kaum noch Hoffnung, dass sie lebend gefunden werden.Gegen den Ölteppich werden derzeit Dispersionsmittel eingesetzt, die das Öl aufsaugen sollen, sagte die Küstenwache. Der Ölkonzern BP teilte mit, er habe Schiffe und Flugzeuge zum Unglücksort geschickt, um den Bohrinsel-Betreiber Transocean dabei zu unterstützen, die Ölverschmutzung unter Kontrolle zu bringen. "Wir sind entschlossen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Ölverschmutzung in Schach zu halten und die Situation so sicher, schnell und effektiv wie möglich zu lösen", erklärte BP-Chef Tony Hayward.Zuvor gab es am Donnerstag Berichte, wonach unter Wasser Öl austrete. "Rohöl und Gas werden unkontrolliert von einer Leitung aus der Quelle freigesetzt", sagte ein Sprecher der Nationalen Meeresbehörden dem TV-Sender MSNBC. Drei Versuche, die Quelle zu schließen, seien erfolglos verlaufen. dpa/sts