Während eines Praktikums kommt es darauf an, ob das Praktikum vor, nach oder während des Studiums stattfindet, ob es freiwillig geleistet wird oder in der Prüfungsordnung vorgeschrieben ist und darauf, wie hoch die Praktikumsvergütung ausfällt. Um Nachteile zu vermeiden, sollten sich angehende Praktikanten bei ihrer Krankenkasse über ihren versicherungsrechtlichen Status informieren.
Bei einem freiwilligen Praktikum vor Beginn oder nach Abschluss des Studiums ohne Vergütung sind Praktikanten durch die Familienversicherung abgesichert. Sind die Eltern nicht gesetzlich versichert, ist der Praktikant über 25 Jahre oder liegen seine Einkünfte über 355 Euro im Monat, muss er sich selbst versichern.
Bei einer Praktikumsvergütung bis zu 400 Euro monatlich gelten Schüler und Ex-Studenten als geringfügig Beschäftigte, sodass nur der Arbeitgeber Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung und den übrigen Sozialversicherungen zahlen muss. Bei mehr als 400 Euro teilen sich Arbeitgeber und Praktikant die Beiträge, bei einem Entgelt über 800 Euro gelten Praktikanten in der Sozialversicherung als reguläre Arbeitnehmer.
Ist das Praktikum verpflichtend, bleibt ein Entgelt bis 325 Euro versicherungsfrei. Über 325 Euro teilen sich Arbeitgeber und Praktikant die Beiträge zur Sozialversicherung. Gibt es kein Entgelt, müssen Praktikanten ihren Krankenkassenbeitrag selbst zahlen, sofern keine Familienversicherung besteht. Während des Studiums bleibt ein Pflichtpraktikum unabhängig vom Einkommen sozialversicherungsfrei. Praktikanten müssen in der Familienversicherung die 350 Euro-Verdienstgrenze beachten.
Ein freiwilliges Zwischenpraktikum ohne Entgelt bleibt versicherungsfrei; gibt es eine Vergütung, gelten die üblichen Regeln für beschäftigte Studenten: Bei Praktika in den Semesterferien müssen keine Pflichtbeiträge zur Krankenkasse gezahlt werden, während des Semesters bleibt nur ein "Teilzeitpraktikum" von weniger als 20 Wochenstunden versicherungsfrei. Unter 400 Euro monatlich wird das Praktikum zum Mini-Job, für den nur der Arbeitgeber Beiträge zahlt.
Individuelle Fragen zu Versicherungen für Studenten und Berufsanfänger sowie zum Kindergeld- und Bafög-Anspruch beantworten Experten beim RUNDSCHAU-Telefonforum am 10. September 2008 von 16 bis 18 Uhr. (ddp/eb)