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| 02:45 Uhr

Für Mündel in Elbe-Elster wird Personal im Jugendamt aufgestockt

Herzberg. Die Neugestaltung des Vormundschaftsrechts in Deutschland bringt der Kreisverwaltung Elbe-Elster eine neue Arbeitsstelle. Mehr Kraft ist notwendig, weil es ab 5. gb

Juli dieses Jahres als gesetzwidrig gilt, wenn sich ein Amtsvormund über das Jahr hinweg um mehr als 50 Mündel kümmert.

Bei 196 Fällen im vorigen Jahr und bisher drei Vormundschaftsstellen würde diese Grenze klar überschritten werden. Mit vier Stellen sei die Aufgabe zu bewältigen. Jens Scheithauer, der Leiter des Jugendamtes des Landkreises, erklärt den Hintergrund: "Der Amtsvormund hat das Recht und die Pflicht, den Kontakt zu seinem Mündel zu halten. Er soll es einmal im Monat besuchen." Das bedeute nicht nur, einen Blick auf das Kind zu werfen, sondern Zeit mit ihm zu verbringen. Wenn es einem Mündel schlecht ginge, es zum Beispiel Anzeichen von Vernachlässigung zeige wie Unterernährung, könne das der Vormund auf diese Weise erkennen. Mit der neuen Gesetzesgrundlage soll der Schutz von Mündeln verbessert werden. "Der Vormund hat die Pflege und Erziehung des Mündels persönlich zu fördern und zu gewährleisten", heißt es jetzt im Gesetz. Er hat sich also im Ernstfall vor Gericht zu verantworten. Die neu geschaffene Stelle im Jugendamt soll möglichst im Mai besetzt sein, um bis Anfang Juli eine Phase der Einarbeitung zu gewährleisten. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat mit der Neuregelung die Konsequenzen aus Fällen wie dem des zweijährigen Kevin gezogen, dessen Leiche 2006 im Kühlschrank seines Stiefvaters gefunden worden war. Der zuständige Amtsvormund hatte nach Presseinformationen mehr als 200 Mündel gleichzeitig zu betreuen.

Verändert hat sich mit der neuen Rechtslage auch die Zuweisung des jeweiligen Vormundes. Geschah dies im Jugendamt Elbe-Elster bislang nach einem alphabetisch geordneten System, so sei jetzt das Mündel anzuhören, bevor eine Person als Amtsvormund festgelegt werde. Das bedürfe noch einer zusätzlichen Führungskraft, erklärt Jens Scheithauer. Diese Aufgabe werde aber intern in der Kreisverwaltung reguliert. Zu beachten sei nun weiterhin, inwieweit die technischen Voraussetzungen für die Mündel gegeben sind, mit dem Vormund auch außerhalb der Besuchszeiten Kontakt aufzunehmen. Dies müsse sowohl aus den Pflegefamilien, als auch aus Heimen heraus vertraulich möglich sein.