Mit gemäßigter Geschwindigkeit setzte sich der lange Tross in Richtung Lauchhammer in Bewegung, vorbei an der F60.

Erste Station war der große Findling mit der Tafel Mainzer Land der Rainer von Beckh-Stiftung. Der Nabu Mainz hat hier große Flächen übernommen und engagiert sich in einer Patenschaft für deren so weit wie möglichen Sanierung. „Im knapp 2000 Hektar großen Schutzgebiet im Privatbesitz der Nabu-Stiftung darf die Natur weitgehend ungestört die karge Landschaft aus Kippen, Halden und ausgekohlten Restlöchern zurückerobern und eine vom Menschen unberührte Wildnis schaffen. Das Naturparadies besitzt wegen seiner Großflächigkeit, Ungestörtheit, Strukturvielfalt und Nähstoffarmut einen hohen ökologischen Wert“, erklärte Sandra Stahmann an einer Info-Tafel. Für die Naturliebhaber hieß es hier: Schuhwechsel und zusätzliche Jacken anziehen. Brigitte Lorenz hatte nämlich bemerkt: „Es ist ja kalt, wie im November.“

Dieter Giersch fragte, ob jemand auf der Fahrt den Abflug der Kraniche gesehen hat? Spontan wurde der Plan für den Nachmittag geändert. Es ging zum Aussichtshügel, um das Spektakel des Kranicheinfluges zu beobachten. „Ich kenne diese Gegend noch von früher vor dem Kohleabbau. Da sind wir immer mit dem Fahrrad nach Kostebrau gefahren“, erzählte Norbert Hunger. Susanne Tews nannte ihre Motive für die Teilnahme an der Herbstwanderung: „Die Wanderung ist interessant und man kann viel lernen. Ich wandere gern in der Natur, nur man hat oft zu wenig Zeit dafür. Ich wollte das Naturparadies Grünhaus kennenlernen. Sonst hat man ja keine Möglichkeit, hier reinzukommen.“ Doch der Weg auf den Aussichtshügel war leider erfolglos. Kein Kranich zu erblicken, selbst mit dem Spektiv mit 45-facher Vergrößerung nicht.

Also wieder Abstieg. Dass Kraniche hier waren, belegten die Spuren im Sand, auch Wildschweine gaben sich hier ein Stelldichein. Unter totem Holz entdeckte Sandra Stahmann eine kleine Kreuzkröte. Wer glaubte, die Gegend sei leblos, der irrte. Auch eine kleine Eidechse kam hervor. Viel hatte Biologin Sandra Stahmann noch über Bestrebungen, das Land zu beleben, über Kalkungen und Testaussaaten zu berichten. „Obwohl wir keine Kraniche gesehen haben, nur die Gänse zeigten sich pünktlich um 19 Uhr, war es doch ein schöner Nachmittag an frischer Luft. Ich bin im kommenden Jahr wieder mit dabei“, sagte Annett Witt.