Mit der Attacke habe er ihren schlechten Charakter auf ihr Äußeres übertragen wollen. "Ich dachte, ich muss sie irgendwie hässlich machen." Laut Anklage nahm der Mann bei dem Angriff den Tod der Frau in Kauf. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.

Zu Prozessbeginn erschien die von den Folgen des Angriffs schwer gezeichnete Frau vor Gericht. Sie ist auf einem Auge fast erblindet, ein Ohr wurde durch den industriellen Rohreiniger derart verätzt, dass es von Chirurgen rekonstruiert werden musste. Der Angeklagte bereute in seinem Geständnis mehrfach die Tat, er habe die verheerende Wirkung der Säure unterschätzt. Schon vor Beginn des Verfahrens ließ der Angeklagte 50 000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer überweisen - als Vorschuss für weitergehende Ansprüche. Wie der Angeklagte gestand, lauerte er der Frau Mitte Februar vor ihrer Wohnung auf, um sie zur Rede zu stellen. Sie sollte seinen Eltern sagen, dass er sie weder geschlagen noch beleidigt habe - laut Anzeige der 27-Jährigen. Diese wies den 32-Jährigen aber ab und verwies auf eine einstweilige Verfügung, die sie gegen ihn wegen Stalkings erwirkt hatte. Daraufhin griff er in seiner Jackentasche nach dem in einem Glas abgefüllten Rohrreiniger.