Dass diese Dokumentation der seit 13 Jahren bestehenden Amadeu-Antonio-Stiftung Berlin bis zum 30. November am Montag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr betrachtet werden kann, sei dem Runden Tisch für Demokratie und Toleranz zu verdanken, betonte Andreas Kaiser - Fachbereichsleiter Bildung und Soziales der Stadt. "Antisemitische Äußerungen stoßen in privaten Gesprächen, in der Schule und in der Öffentlichkeit immer seltener auf Widerspruch", informierte Referentin Heike Radvan von der Stiftung, die auch eine Chronik der Gewalt seit dem Jahr 1989 führt.

Seit 2000 wird darin eine Zunahme registriert. Zunehmend trete Rassismus als Israelkritik in Erscheinung, die in Feindseeligkeit gegen Juden umschlage. "Was kann ich persönlich dagegen tun", bewegte die Ausstellungsbesucher. "Es ist unsere Pflicht, nicht wegzuhören, wenn Kinder und Jugendliche das Wort "Jude" als Schimpfwort benutzen. Wir sollten hinterfragen: "Wie meinst du das?", sagte Pfarrer Bodo Trummer von der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde Forst-Nord.

Die Sprache verrate viel über die Gesellschaft, so die ehemalige RUNDSCHAU-Reporterin Ingrid Ebert. Keiner sei frei davon, sich beeinflussen zu lassen, müsse jedoch alles kritisch hinterfragen. Die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde in Forst halte Kontakt zur jüdischen Gemeinde in Cottbus, deren Chor schon einmal im Rahmen der Kaminabende aufgetreten ist.

"Ein normales Miteinanderumgehen", sei nötig. Rassismus und Antisemitismus ziehe sich durch alle gesellschaftlichen Schichten, so Erik Hofedank, Vorstandsvorsitzender des Vereins Park 7 und Mitglied beim Forster "Runden Tisch".

Forst sei da angesichts der antisemitischen Schmierereien auf dem Beach volleyballfeld des Jugendclubs Waggon am 28. Juli diesen Jahres keine Ausnahme. "Es muss mehr Aufklärung, insbesondere in den Schulen geleistet werden", forderte er. Aber auch der kulturelle Austausch müsse erfolgen und gelebt werden, um Verständnis zu fördern. Als am 24. August 2006 sowie drei Jahre darauf am 27. Juni der Gedenkstein in der Nähe der ehemaligen Forster Synagoge mit Hakenkreuzen beschmiert wurde, legte Franz Kretschmar spontan einige Blumen dort nieder. Am nächsten Tag waren sie verschwunden. Antisemitismus habe es jedoch auch in der DDR gegeben, sagte Frank Sensel vom Runden Tisch. "Wir wollen uns deshalb bemühen, auch die Ausstellung "Das hat's bei uns nicht gegeben" nach Forst zu holen.