Seit mehr als drei Jahren arbeitet Gisela Neumann mittlerweile ehrenamtlich im Eine-Welt-Laden Cottbus. Für sie ist diese Aufgabe eine Herzensangelegenheit. Sie steht hinter der Philosophie des Vereins, der sich für fairen Handel und Gerechtigkeit einsetzt.

Etwas versteckt sitzt Gisela Neumann hinter der Kasse des Eine-Welt-Ladens Cottbus, der sich in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt befindet. Sobald aber ein Kunde durch die Tür kommt, lächelt sie und ist sehr bemüht, die Wünsche der Besucher zu erfüllen. Die 61-Jährige verbringt im Schnitt vier Stunden pro Woche im Laden und verkauft unter anderem Skulpturen, Kaffee, Tee und Holzarbeiten. „Der Verein setzt sich für fairen Handel ein und gegen die Ausbeutung in vielen Regionen der Welt. Bei uns wissen die Kunden, wo die Ware herkommt. Das unterstütze ich gerne und leistet einen kleinen Beitrag“, sagt sie bescheiden.

Der Laden wurde ursprünglich am 26. November 1990 ein paar Häuser vom jetzigen Standort entfernt eröffnet, nachdem der Verein im Juli des gleichen Jahres gegründet wurde. Im August 2003 hat der Verein die neuen Räume bezogen. Diese wurden von der evangelischen Brüder-Unität gemietet, die neben dem Eine-Welt-Laden eine Begegnungsstätte haben.

Seit Anfang 2008 kommt Gisela Neumann der Aufgabe im Laden nach. Damals wurden freiwillige Helfer gesucht. Die engagierte Frau war zu dieser Zeit arbeitslos und hat sich vor Ort informiert. Da ihr die Ideen des Vereines und die Mitglieder sympathisch waren, nahm sie das Angebot an und arbeitet seitdem ehrenamtlich in Cottbus.

Aufgewachsen ist Gisela Neumann in Waldow in der Nähe von Brand. Über Lübben kam sie 1967 für die Ausbildung zur technischen Zeichnerin nach Cottbus. Im Anschluss erweiterte sie ihr Wissen von 1969 bis 1972 beim Studium an der Ingenieurschule für Bauwesen und arbeitete in verschiedenen Planungsbüros.

Die Arbeit im Eine-Welt-Laden liegt ihr sehr am Herzen. „Ich mache auch immer Verwandte und Bekannte auf die Produkte des Ladens aufmerksam.“ Insgesamt sind dort sechs ehrenamtliche Helfer und zwei zeitweilig Angestellte beschäftigt. Die Mitarbeiter seien mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, der Nachwuchs bleibt momentan aus. „Die Jugendlichen interessieren sich zwar sehr für den Laden und kaufen auch häufig etwas. Sie haben aber beispielsweise wegen der Anforderungen in der Schule oder beim Studium kaum Zeit, sich darüber hinaus zu engagieren“, so Gisela Neumann, die seit etwa einem Jahr Rentnerin ist. Noch mehr Kunden-Zulauf gibt es allerdings seit der Renovierung vor einem Jahr. Viele würden sich jetzt viel wohler fühlen. Warme Farben an den Wänden tun ihr Übriges und laden zum Verweilen ein. „Es könnten natürlich immer mehr Kunden sein, aber es ist momentan in Ordnung.

Es wird aber deutlich, dass das Geld bei vielen Menschen natürlich nicht mehr so locker sitzt.“ Unterstützung erhält der Laden auch von Kirchen-Mitarbeitern, die Ware ausstellen und verkaufen oder anderen Besuchern, die die Philosophie des Vereins teilen.

Gisela Neumann setzt sich auch ansonsten sehr für den Verein ein, obwohl sie gar kein Mitglied ist. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums hat sie sich beispielsweise um eine Präsentation mit historischen Bildern gekümmert. Der Verein ist auch bei vielen Veranstaltungen wie dem Stadtfest in Cottbus und dem alternativen Weihnachtsmarkt vor Ort. „Ich fühle mich verantwortlich und möchte etwas tun. Solange ich gesund bin, werde ich auch dabeibleiben“, sagt sie und hofft auf weitere Unterstützer für den Eine-Welt-Laden Cottbus.