. Helga Arnold ist nach der Entscheidung des Landgerichts Darmstadt kaum erleichtert. "Dieses Urteil bringt mir meinen Sohn nicht zurück", sagt die 77-Jährige. "Ich habe auch immer noch gezweifelt, ob es zu einer Verurteilung kommt."

Ihr Sohn Horst Arnold musste 2001 ins Gefängnis, weil er eine Kollegin vergewaltigt haben soll. Unschuldig, wie sich später herausstellte. Nun schickt das Gericht die damalige Kollegin des Biologielehrers für fünf Jahre und sechs Monate in Haft.

Die inzwischen 48-jährige Heidi K. hat die Vergewaltigung nach dem Richterspruch von Freitag frei erfunden.

Die Lügen der Frau bringen Arnold 2002 eine Verurteilung zu fünf Jahren Gefängnis, zuvor saß er deswegen bereits in Untersuchungshaft.

Er sollte sich im August 2001 in einem Vorbereitungsraum einer Schule in Reichelsheim im Odenwald an der Kollegin vergangen haben, urteilte eine andere Kammer des Landgerichts Darmstadt damals. Er galt als brutal und als Trinker. Erst im Jahr 2011 spricht ihn das Landgericht Kassel frei. "Die letzten zehn Jahre waren die Hölle", sagte der damals 52-Jährige am Tag der Entscheidung. Sein früheres Leben bekommt er aber nicht mehr zurück.

Seinen Beruf als Lehrer kann er nicht mehr ausüben, der ehemalige Pädagoge lebt von Hartz IV. Ein Jahr nach dem Freispruch stirbt der Mann auf offener Straße in Völklingen im Saarland an Herzversagen - an dem Tag, an dem die Staatsanwaltschaft in Darmstadt das Ermittlungsverfahren gegen seine Ex-Kollegin abschließt.