Im Sommer verbringen die meisten eine Auszeit, verreisen oder machen es sich zu Hause gemütlich. Andere wollen endlich das alte Bad erneuern. Wieder andere denken schon an die Einschulung oder den Schulwechsel ihrer Sprösslinge. Für alle Urlauber, Heimwerker und Eltern sind hier fünf gute Steuer-Tipps für den Sommer zusammengestellt:

1. Mit dem Flugzeug in den Urlaub: CO{-2}-Ausgleich absetzen

Beliebte Reiseziele wie Mallorca, Kreta oder Florida sind am schnellsten mit dem Flugzeug zu erreichen. Allerdings ist das Flugzeug nicht nur ein bequemes Verkehrsmittel, sondern auch eines mit sehr hohem CO{-2}-Ausstoß. Wer klimabewusst reist, kann die Kosten für den CO{-2}-Ausgleich in der Steuererklärung eintragen.

Wird in den Ferien mit dem Flugzeug verreist, kann man als Wiedergutmachung für die Umweltverschmutzung Geld an eine Klimaschutzorganisation spenden und diese Spende von der Steuer absetzen.

Die Voraussetzung dafür: Die Klimaschutzorganisation, bei der man den Flug ausgleicht, muss steuerbegünstigt sein wie ein gemeinnütziger Verein oder eine Stiftung. Dann wird der geleistete Beitrag in einer Zuwendungsbestätigung bescheinigt, also eine Spendenquittung ausgestellt, und die Kosten können von der Steuer abgesetzt werden.

2. Von der Dienstreise in den Urlaub: Anreise, Übernachtung und Verpflegung absetzen

Mit dem Zug zur Fortbildung und anschließend ein paar Tage Urlaub dranhängen, so etwas ist nicht nur praktisch, sondern inzwischen auch teilweise von der Steuer absetzbar.

Einmal angenommen, man muss auf eine zweitägige Fortbildung in den Schwarzwald fahren. Anschließend verbringt man dort drei Tage Urlaub. Dann gilt die Reise steuerrechtlich als "gemischte Aufwendung". Davon kann man die Hinfahrt mit dem Zug, die erste Übernachtung und die Verpflegung für die beiden Fortbildungstage als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn der Arbeitgeber diese Kosten nicht übernimmt.

3. Zu Hause renovieren oder sanieren: Manch einer nutzt seinen Sommerurlaub, um sich endlich das alte Bad vorzunehmen. Oder gleich die ganze Wohnung. Das kann teuer werden, aber viele der Handwerkerkosten können von der Steuer abgesetzt werden. Dabei ist wichtig, ob renoviert, saniert oder neuer Wohnraum geschaffen wird. Das Finanzamt unterscheidet folgendermaßen:

1. Eine Renovierung ist alles, was ein Haus instand hält oder modernisiert (neues Parkett oder Bad). 2. Eine Sanierung bedeutet, dass drei von vier "Ausstattungs-Kernbereichen" verbessert werden. Die vier Kernbereiche sind Sanitär, Elektro-Installation, Fenster und Heizung. 3. Die "Schaffung neuen Wohnraums" bedeutet für das Finanzamt, dass zum Beispiel aus dem Balkon ein Wintergarten oder der Garage ein Wohnzimmer wird.

Eigentümer und Mieter dürfen nur maximal 1200 Euro im Jahr für die Handwerkerkosten absetzen, und zwar nur für eine Renovierung oder Sanierung ihres Hauses oder ihrer Wohnung. In den 1200 Euro mit inbegriffen sind Arbeitslohn, Fahrt- und Maschinenkosten der Handwerker, nicht aber die Materialkosten.

Vermieter dagegen dürfen sowohl die Handwerkerkosten für jede bauliche Maßnahme von der Steuer absetzen - also Renovierung, Sanierung und Schaffung neuen Wohnraums -, als auch die komplette Rechnung samt Materialkosten dafür. Auch den Gesamtpreis der vermieteten Wohnung oder die Grundsteuer, Maklergebühren, Kredit-Zinsen und vieles mehr.

4. Nach dem Urlaub: Schulgeld von der Steuer absetzen Für staatliche Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, Gesamt- oder auch für Berufsschulen fällt kein Schulgeld an. Anders dagegen die Waldorfschule oder ein Internat: Privatschulen verlangen in der Regel Schulgeld. Bis zu 30 Prozent der Kosten, aber maximal 5000 Euro im Jahr können Sie als Sonderausgaben absetzen. Das Gleiche gilt für Schulen im europäischen Ausland, ob deutsche Schulen oder einheimische. Bedingung: Die Schule arbeitet nach anerkannten, von der deutschen Kultusministerkonferenz entwickelten Standards - das Kind erhält also einen staatlich anerkannten Schulabschluss.

5. Nicht vergessen: Die Belege sammeln Ob CO{-2}-Ausgleich, Renovierung oder Schulgeld: Für manche Ausgaben will das Finanzamt einen schriftlichen Nachweis, sonst bekommt man keine Steuern zurück. Folgende Belege sollten im Original der Steuererklärung beigelegt sein und die Kopien aufbewahrt werden:

- Spendenbescheinigungen bzw. Zuwendungsbestätigungen;

- Bescheinigungen über Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld oder Elterngeld;

- Steuerbescheinigungen über Kapitalertragsteuer oder Zinsabschläge;

- Nachweis von außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheitskosten, Pflege- und Pflegeheimkosten, Scheidungs-, Unterhalts-, Zivilprozess- oder Beerdigungskosten;

- Nachweise der Behinderung wie ein Schwerbehindertenausweis oder ein Feststellungsbescheid;

- Nachweis der Unterhaltsbedürftigkeit;

- Bescheinigung über geleistete Altersvorsorgebeiträge.

In die Steuererklärung kann noch mehr eintragen werden, zum Beispiel Kinderbetreuungs- oder Werbungskosten. In der Regel reicht es aus, wenn die Belege dazu zu Hause aufbewahrt werden.