Im Prozess um den Säureanschlag auf ihre Nebenbuhlerin ist eine 46-Jährige in Görlitz zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte am 19. November 2010 an der Haustür der neuen Freundin ihres Ex-Freundes in Oderwitz (Landkreis Görlitz) geklingelt, um der Frau 96-prozentige Schwefelsäure aus einem Eimer ins Gesicht zu schütten. Die 42-jährige Autohaus-Chefin erlitt schwere Verätzungen im Gesicht, am Hals sowie an Armen und Schultern. Der in der Anklage erhobene Vorwurf der schweren Körperverletzung habe sich bestätigt, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Fresemann am Mittwoch zur Begründung des Urteils. "Es tut mir wirklich sehr leid", hatte die 46-Jährige zum Schluss der Verhandlung gesagt. Die Frau, Sachbearbeiterin bei einer Krankenversicherung, hatte die Tat gestanden, jedoch bis dahin nur ihre Anwältin im Prozess für sich sprechen lassen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie ihre vermeintliche Nebenbuhlerin dauerhaft entstellen wollte. Die Verletzungen zogen starke Vernarbungen nach sich. Nach mehreren Operationen ist das Opfer eigenen Angaben zufolge noch immer in Therapie.

Die Sachbearbeiterin war neun Monate nach der Säureattacke verhaftet worden. Auf die Spur kamen ihr die Ermittler, als sie herausfanden, dass die Frau über einen Online-Händler Säure bestellt hatte. Von August 2011 bis Februar 2012 saß sie in Untersuchungshaft, da die Staatsanwaltschaft anfangs noch wegen versuchten Mordes ermittelt hatte. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass die Angeklagte nicht töten, sondern verletzen wollte, sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu im Plädoyer.