In der ersten Dekade sorgten kalte, trockene Ostwinde für wolkenarmen Himmel gesorgt. So blieben die Tagestemperaturen trotz Sonnenschein nur einstellig. Nachts gab es sechsmal Fröste bis minus 5,5° C. Danach gelangte durch Tiefausläufer mit Westwind feuchte Meeresluft zu uns. An fünf Tagen gab es eine geschlossene Wolkendecke. Aber es fiel nur vereinzelt etwas Regen. Bis Mitte März verharrten die Tagestemperaturen meist im einstelligen Bereich (bis 11° C).

Ab 15. des Monats ebnete Hoch "Guliver" den Weg für sehr milde Luft. In den darauf folgenden Tagen konnten dadurch sogar frühsommerliche 22,5° C gemessen werden. Unter dem nächtlichen Sternhimmel blieb es jedoch weiterhin kalt.

Nach nur kurzer Tiefdruckepisode bestimmte Hoch "Harry" das Wetter bis 29. März. Bei meist wolkenlosem Himmel stiegen die Tageswerte wieder bis auf 20,5° C an. Erst zum Monatsende setzte ein großräumiger Wetterwechsel ein. Kühle, zum Teil sehr stürmische atlantische Luftmassen sorgen seitdem für typisches Aprilwetter. Besonders starker N-Sturm tobte am 31. mit Stärke 9 (bis 21,2 m/s).

Insgesamt ergibt sich aus diesem Witterungsverlauf für März in Herzberg diese Bilanz: Er war mit nur 10,1 L/qm Niederschlag überwiegend trocken. Damit gehört der März zu den sechs regen-ärmsten seit mehr als 50 Jahren. Die mittlere Sonnenscheindauer erreichte mit 50 Prozent des Möglichen. Das ist für einen März ein sehr hoher Wert. Davon beeinflusst stieg auch das Monatsmittel der Temperatur auf 7,93° C, dem dritthöchsten seit dem Jahr 1957.

Was dürfen wir nun vom Wetter im zweiten Frühlingsmonat erwarten? Der Auftakt verlief apriltypisch. Die Witterung an den beiden März-Lostagen ,,Gertraudentag" (17.) und zu "St. Benedikt" (21.) signalisierte bereits einen wechselhaften Verlauf für die nächsten Wochen.

Der weitere Verlauf des gegenwärtigen Aprilwetters wird davon abhängen, wie häufig uns Tiefs mit feuchter Meeresluft und kräftigem Wind erreichen und ob vor allem in der zweiten Monatshälfte milde Luft von den Azoren nach Mitteleuropa vordringen kann. Die Sonne zeigt sich immer länger. Es sind dann durchaus erste Sommertemperaturen möglich (ab 25° C).

Wie unberechenbar jedoch das Aprilwetter ist, zeigen die Inhalte vieler Bauernregeln aus Jahrhunderten. Sehr bekannt ist die Aussage: "Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick". Daneben sind zahlreiche Bezüge auf das Wetter an "Lostagen" oder auf wichtige Vorgänge in der Flora und Fauna überliefert, zum Beispiel: "Wenn's Karfreitag regnet, wird's ganze Jahr mit Frucht gesegnet", oder: "Eine gute Kirschblüte (oftmals frostgefährdet!) verheißt auch eine gute Wein- und Kornblüte".

Der 100-jährige Kalender prognostiziert uns wenig Erfreuliches zum Aprilwetter: Danach soll es bis 24. April zu kalt und trocken sein, auch Frostgefahr bestünde. Erst in der letzten Woche würde es sonniges und warmes Wetter geben.