Was heute noch manchem in der Politik schwerfällt, ist Thema einer Ausstellung, die die Museen des Oberspreewald-Lausitz-Kreises im Jubiläumsjahr 2012 angehen: die "gedankliche" Überwindung der sächsisch-preußischen Grenze. Was der preußische König Friedrich der Große darüber gedacht und aufgeschrieben hat, soll anlässlich seines 300. Geburtstages aufgearbeitet werden. Die Ausstellung in Senftenberg, in der die Besucher auch etwas über die Geschichte der Festung und der Stadt Senftenberg in kursächsischer Zeit und über die Briefkultur des 18. Jahrhunderts erfahren, so Museumsleiter Stefan Heinz, wird Briefe und Schriften des preußischen Monarchen zeigen. Der Inhalt der Briefe, die er vom sächsischen Territorium aus an verschiedene Adressaten richtete, verraten viel über die Gedanken Friedrichs II. zu politischen, militärischen und persönlichen Fragen, die ihn vor allem in Kriegszeiten beschäftigten.

Dreimal Friedrich 300

Im Torhaus Lübbenau wird es um Handel, Handwerk und Kultur an der sächsisch-preußischen Grenze gehen, und in Lehde stöbern die Historiker Friedrichs Siedlungspolitik im Spreewald nach. Damit ordnen sich die Ausstellungen ein in die Absicht, die "Kulturland Brandenburg" mit dem Themenjahr verknüpft: Die widersprüchlichen Bilder vom selbstlosen Staatslenker, umtriebigen Machtmenschen, musischen und philosophischen Fürsten, begabten Herrscher und erfolgreichen Feldherrn hinterfragen. Die Sonderausstellungen werden vom 1. September 2012 in den drei Teilen in Senftenberg, Lehde und Lübbenau zu sehen sein. Zeitgleich wird die Ausstellung "Edles Porzellan für die Suppe des Königs" gezeigt. Mit Unterstützung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sind in Senftenberg Terrinen aus den Services des Königs zusehen, verbunden mit Informationen zu den kulinarischen Vorlieben jener Zeit und Rezepten.

Alles neu bringt der März

Zuvor wird es in Lübbenau einen besonderen Höhepunkt im Museumsleben des Landkreises geben. Ende März wird das Spreewald-Museum im Lübbenauer Torhaus neu eröffnet. Nach anstrengenden Um- und Neubauarbeiten hat die Spreewaldbahn in einem Neubau des Spreewald-Museums einen Zielbahnhof gefunden. "Eine ungewöhnliche Anordnung von Dampflok und Wagen wird", so der Museumsleiter, "eine neue Perspektive und technische Einblicke bieten." Neu gestaltet werden zur Eröffnung auch die Ausstellungsräume des Spreewald-Museums sein. Unter dem Titel "Museumskaufhaus" können die Besucher eine Zeitreise durch die alte städtische Geschichte des Spreewaldes unternehmen. Darüber hinaus sind für die drei Museumsstandorte Senftenberg, Lehde und Lübbenau zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen geplant. So beginnt das Jahr in der Kunstsammlung Lausitz im Senftenberger Schloss mit einer Sonderausstellung von Druckgrafiken Horst Webers, eine Präsentation zum 80. Geburtstag des 1999 verstorbenen Künstlers. Anschließend geht es um die "Geschichte der Kindheit", begleitet von der Sonderausstellung "Altes Kinderspielzeug". Wie verlief die Kindheit in der Lausitz? Wie wurden Kinder erzogen? Warum gab es Kinderarbeit? Kleidung, Fotografien, Überreste aus Kindheitstagen sind zu sehen, und im historischen Klassenzimmer erfahren ab 20.März 2012 Besucher etwas über Bildung und Erziehung in früheren Jahrhunderten.

Spannend wird sicherlich auch eine Sonderausstellung zur Ilse Bergbau AG, die im April eröffnet wird, und die Entwicklung des die Region prägenden Unternehmens von 1888 an verfolgt.

In allen Museen gibt es auch im neuen Jahr zahlreiche Mitmachaktionen: Ostereiermalen, Festungsspiel, Maibaumaufstellen, Museumsfest, Märchenmarkt und Spreewald-Weihnacht.