Auch ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito sprach das Geschworenengericht in Perugia am Montagabend vom Vorwurf des Mordes frei. Die britische Studentin Meredith Kercher war im November 2007 getötet worden. Vor dem Gericht protestierte eine Menschenmenge mit Rufen wie „Schande, Schande“ und „Mörder!“ gegen das Urteil.

Knox, die im Gerichtssaal in Tränen ausbrach, darf nun nach rund vier Jahren das italienische Gefängnis verlassen. Dasselbe gilt für den damals als Mittäter verurteilten Sollecito. Wegen Verleumdung des kongolesischen Barmannes Patrick Lumumba, den Amanda kurz nach ihrer Festnahme des Mordes beschuldigt hatte, bestätigte das Gericht das betreffende Urteil der ersten Instanz: Die Haftstrafe von drei Jahren hat die Amerikanerin aber bereits abgesessen. Eine Schadensersatzzahlung steht noch aus. Knox und Sollecito hatten in einem knapp elf Monate langen Berufungsprozess bis zuletzt gekämpft, um ihre Unschuld zu beweisen. Noch am Montag hatte Knox vor Gericht ihre Unschuld beteuert. „Ich habe niemanden umgebracht, vergewaltigt oder bestohlen“, sagte sie unter Tränen. „Ich war überhaupt nicht da.“

Die 21-jährige Meredith Kercher war Anfang November 2007 mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt, halbnackt und von Messerstichen übersät in ihrer und Knox' gemeinsamer Wohnung in Perugia gefunden worden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde die damals 21-jährige Britin gemeinsam von Knox, Sollecito sowie dem gemeinsamen Bekannten Rudy Guede ermordet, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Guede war nach einem Teilgeständnis in einem getrennten Schnellverfahren bereits zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.