Die Beschuldigte, die bereits ein Kind hat, äußerte sich zunächst nicht. Ihr Anwalt Matthias Schöneburg kündigte eine Aussage seiner Mandantin beim nächsten Verhandlungstag am 14. August an. Dabei werde sie „nicht in Abrede stellen, was die Staatsanwaltschaft ihr vorwirft“. Die Angeklagte hatte die Vorwürfe bereits bei Polizeivernehmungen eingeräumt.

Laut Anklage, die auf Totschlag lautet, soll die Frau in Nauen im Dezember 2007 einen rund 54 Zentimeter großen Jungen daheim zur Welt gebracht haben. Das Kind habe geatmet und geschrien, sagte Staatsanwalt Jens Abisch. Die zum Tatzeitpunkt 21-Jährige soll nach der Geburt die Nabelschnur durchtrennt und ihr Neugeborenes mit einem Handtuch erstickt haben. Anschließend habe sie es in eine Plastiktüte gewickelt und in einen Schrank im Badezimmer gesteckt. Später soll die Frau das Bündel in einem leerstehenden Haus in der Nachbarschaft abgelegt haben. Dort war das tote Kind im Februar 2008 durch Zufall entdeckt worden.

Anwalt Schöneburg sagte, dass die Erfahrungen der 22-Jährigen mit ihrer ersten Schwangerschaft bei der Tat eine Rolle gespielt hätten. Die Geburt dieses Kindes im Jahr 2004 habe zum Beispiel dazu geführt, dass sie ihren Ausbildungsplatz verloren habe. Schöneburg betonte, dass gegen den Lebensgefährten der Angeklagten nicht ermittelt werde. „Er wusste nichts davon, dass sie schwanger war.“ Am 14. August sollen laut Schöneburg die Eltern der Angeklagten, ihr Lebensgefährte und der Vater ihres ersten Kindes als Zeugen gehört werden.