Der Monarch starb vier Tage vor seinem 77. Geburtstag in seinem Schlafgemach im Schloss von Versailles. 300 Jahre nach dem Tod des absolutistischen Herrschers laufen in dem von ihm errichten Barock-Palast die Feierlichkeiten auf Hochtouren - in einer Prachtentfaltung wie zu seinen Lebzeiten.

"Der König ist tot", heißt die große Ausstellung, die ihm das Schloss vor den Toren von Paris ab 26. Oktober widmet. Sie ist die erste Werkschau zu diesem Thema, wie Gérard Sabatier, einer der Kuratoren meinte. Erstaunlicherweise sei nur wenig über den Tod, die Autopsie und die Beerdigung des Monarchen bekannt. Bis zum 21. Februar werden Objekte, Zeichnungen, Lithographien, Gemälde und Skulpturen gezeigt - Meisterwerke und historische Dokumente von höchster Bedeutung, wie angekündigt wird.

Ludwig XIV., der auch als Sonnenkönig in die Geschichte eingegangen ist, starb durch Wundbrand, an dem er seit Wochen schon litt. Als der Monarch am 10. August 1715 über Schmerzen am linken Bein klagte, diagnostizierte sein Arzt zunächst Ischias. Der bourbonische Königssohn war von 1643 bis 1715 Herrscher von Frankreich und Navarra. Mit 72 Jahren auf dem Thron gilt er als das längste amtierende Staatsoberhaupt der Neuzeit.

"L'Etat c'est moi!" (Der Staat bin ich!): Den Leitsatz des Absolutismus hatte sich Ludwig XIV. zum Motto seiner Herrschaft gemacht, denn er war Gesetzgeber, höchster Richter und oberster Kriegsherr. Als er 1661 im Alter von 22 Jahren die Regierungsgeschäfte übernahm, wollte er seine Macht mit niemandem mehr teilen. Denn als er den Thron erbte, war er noch ein vierjähriger Junge. Kardinal Mazarin übernahm als Premierminister die Regierungsgeschäfte.

Nach seinem Tod im Jahr 1661 riss er die Schalthebel der Macht an sich: Das Amt des Premierministers löste er auf, den Adel schloss er von allen Staatsgeschäften aus und aus der Armee machte er ein Heer von Berufssoldaten. Frankreich wurde unter seiner Herrschaft zu einer der mächtigsten Nationen Europas.