Der 42-Jährige Andreas Krolik sei einer der besten Gemüseköche Deutschlands, hieß es am Montag zur Begründung. Krolik erreichte in der Bewertung der Kritiker von "Gault&Millau" 18 von 20 möglichen Punkten. 2015 war die prestigeträchtige Auszeichnung an den Leipziger Küchenchef Peter Maria Schnurr gegangen.

In der Spitzengruppe der deutschen Köche gibt es auch im "Gault&Millau" 2017 keine Veränderungen. Fünf Küchenchefs werden wie im Vorjahr mit 19,5 Punkten bewertet: Christian Jürgens von der "Überfahrt" am Tegernsee, Klaus Erfort vom "GästeHaus" in Saarbrücken, Harald Wohlfahrt von der "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn, Joachim Wissler vom "Vendôme" in Bergisch Gladbach sowie Helmut Thieltges vom "Waldhotel Sonnora" in Dreis in der Eifel.

Berlins bester Koch ist nach Einschätzung des französischen Restaurantführers erneut Tim Raue. "Der international bekannteste Koch in der Hauptstadt geht derzeit mit so viel Elan und kreativer Energie ans Werk wie kein anderer in Deutschland", hieß es am Montag. Raue (42) erhielt von den Kritikern als einziger Berliner Koch 19 von 20 möglichen Punkten. Der gebürtige Kreuzberger zählt damit für den "Gault&Millau" zu den 13 besten Köchen Deutschlands.

Drei märkische Küchenchefs sind in der neuesten Ausgabe des Restaurantführers als Spitzenköche des Landes gewürdigt worden. Sie erreichten 16 von möglichen 20 Punkten, hieß es am Montag in einer Mitteilung zur Deutschlandausgabe 2017. In diesem Jahr bewerteten die Kritiker zwölf märkische Restaurants.

Newcomer des Jahres für die Tester des Restaurantführers ist Jörg Frankenhäuser vom "Kochzimmer" in Beelitz (Potsdam-Mittelmark). Die Kritiker ließen sich von seinem zart gegarten Hummer mit roher Wassermelone, jungen Erbsen und einem Schaum aus Krustentier und Wasabi begeistern. "Sehr gut gemacht", beurteilten sie sein Gericht.

Wie im Vorjahr stehen an der Spitze im Land Alexander Dressel vom "Friedrich Wilhelm" in Potsdam und Frank Schreiber aus dem "Goldenen Hahn" in Finsterwalde (Elbe-Elster). Sie wurden ebenfalls mit 16 Punkten bewertet.

Dressel kombinierte in seiner Potsdamer Küche eine Bernsteinmakrele unter anderem mit Sauerampfer und der asiatischen Ponzu-Sauce, wie berichtet wird. Fast lyrisch wird zudem sein Umgang mit dem Elsässer Saibling kommentiert, dem er "eine verwegen klingende Aromatik aussetzt". Nicht allzugroßen Beifall gibt es hingegen von den Kritikern für die verwendeten Fichtensprossen-Aromen zum Rehrücken. Es sei eher der Mode geschuldet, als dass es ein Geschmackserlebnis wäre, hieß es.

Den drei Spitzenköchen folgt auf der Rangliste Marco Giedow von der "Speisenkammer" in Burg (Spree-Neiße), der 15 Punkte erreichte. Die Tester ließen sich bei ihm unter anderem von "knackigen Senfkörnern in Kaviaroptik" zur Kalbsleber beeindrucken.

Der Dresdner Sternekoch Stefan Hermann wurde zum "Gastronom des Jahres 2017" gekürt. Hermann habe "mit besonderer Kreativität und unternehmerischem Mut in und um Dresden ein Gastro-Imperium mit mittlerweile sechs Outlets" aufgebaut, vom Gourmet-Restaurant bis zum Boutique-Hotel, lobten die Kritiker. In seinem Restaurant "Bean & Beluga" erkochte Küchenchef Marcus Langer 17 Punkte und damit erneut die zweithöchste Wertung in Sachsen - wie Benjamin Biedlingmaier vom "Caroussel" in Dresden, Benjamin Unger vom "St. Andreas" in Aue und Detlef Schlegel vom Leipziger "Stadtpfeiffer". Als Aufsteiger und mit 16 Punkten bewertet wurden das "Atelier Sanssouci" in Hermanns Hotel "Villa Sorgenfrei" in Radebeul und das "Campus" in Leipzig. Bester Koch Sachsens bleibt mit 19 Punkten Peter Maria Schnurr vom "Falco" in Leipzig.