ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Funkel fordert Respekt für jeden Gegner
Mit Demut zum Aufstieg

Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel.
Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel.
Exklusiv | Düsseldorf. Respekt vor dem Gegner ist Fortunas Trainer Friedhelm Funkel sehr wichtig. Am Montag geht es zu den vom Abstieg bedrohten Darmstädtern. Patrick Scherer

Respekt vor dem Gegner ist Fortunas Trainer Friedhelm Funkel sehr wichtig. Am Montag geht es zu den vom Abstieg bedrohten Darmstädtern.

Seit 1991 ist Friedhelm Funkel nahezu durchgehend als Trainer in den beiden obersten deutschen Fußball-Spielklassen angestellt. Damals, bei seinem Dienstbeginn bei Bayer 05 Uerdingen, gab es noch die Zwei-Punkte-Regel, Trikots ohne Namen und Zigaretten in der Kabine. Der 64-Jährige hat die Professionalisierung des Volkssports seither begleitet, hat sich dabei stets neu erfunden. Während viele Trainerkollegen von der Bildfläche verschwunden sind, ist er weiter im Konzert der Großen dabei. Bei allen Anpassungsprozessen ist er seinen Grundprinzipien treu geblieben. Das Wichtigste lautet: Demut. Die lebt Funkel vor. Und mit dieser Maßgabe marschiert der gebürtige Neusser mit Fortuna Düsseldorf auf seinen insgesamt sechsten Aufstieg in die Bundesliga zu.

"Der Respekt gegenüber unseren Gegnern ist - besonders von mir aus - immer da", sagt Funkel. "Weil alle den Respekt auch verdient haben - jede Mannschaft in der zweiten Liga. Ich bleibe dabei: In dieser Liga stehen die Chancen vor jedem Spiel 50:50." Mögen manche Trainer diese Aussagen mit Kalkül treffen, ist das bei Funkel anders. Er gibt diese Bescheidenheit an seine Spieler weiter, wird nicht müde zu betonen, dass man sich alles aufs Neue erarbeiten müsse. Bisher folgt der Kader Funkels Worten. Und so steht Fortuna an der Tabellenspitze. Vor Klubs mit größerem Budget wie Ingolstadt. Vor Klubs mit vermeintlich besserem Kader wie Union Berlin. Und vor Klubs mit forscherem Mundwerk in der Führungsebene wie Bochum.

"Du bekommst nirgends etwas geschenkt", sagt Funkel. "Du musst an deine Leistungsgrenze gehen, den Gegner immer wieder fordern. Und du brauchst das Quäntchen Glück." Dass Fortuna am Ostermontag als Spitzenreiter beim Vorletzten Darmstadt 98 (20.30 Uhr, Sky) auf dem Papier Favorit ist, interessiert Funkel nicht. "Das ist kein gewöhnlicher Tabellen-17.", sagt er. "Nach einem sehr guten Start hat das Team nicht mehr sein wahres Leistungsvermögen abgerufen - warum auch immer. Sonst stünde die Mannschaft nicht so weit unten in der Tabelle. Dennoch nehmen wir sie sehr ernst."

Funkel muss im stets stimmungsvollen Stadion am Böllenfalltor auf die gelbgesperrten Adam Bodzek und Niko Gießelmann sowie André Hoffmann (Hodeneinriss) verzichten. Innenverteidiger Robin Bormuth und Linksverteidiger Lukas Schmitz bekommen ihre Chance in der Startelf. "Lukas war in der vergangenen Saison Stammspieler. Wie er die Rolle als Ersatz immer wieder hingenommen hat und sich professionell verhalten hat, das ist toll", betont Funkel. "Es gibt keine Egoismen in diesem Team. Das ist eines der Geheimnisse in diesem Jahr." Das und die Demut vor den Gegnern.