An jenem Tag vor 20 Jahren stellten sich erstmalig 19 Teilnehmerinnen zur Wahl der „Misses Brandenburg“. Darunter die 30-jährige Medizinisch-Technische-Radiologieassistentin Ines Bernhard aus Forst, die noch am gleichen Abend als schönste Frau im Brandenburger Land gekürt wurde.

Überglücklich kam sie in ihre Heimatstadt zurück um all jenen zu danken, die ihr die Daumen drückten. Anke Lorenz und Elke Staudacher vom „Modeteam Chic“ galt ein besonderer Dank. Sie sorgten mit der Frisur und dem Make up für ein tadelloses Aussehen von Ines Bernhard. Wenige Tage später, am 8. Oktober 1991, wartete ein noch größeres Abenteuer auf Ines Bernhard. In Singen am Bodensee sollte die „Misses Germany“ gekrönt werden. Diesmal nahmen 21 Kandidatinnen an den Ausscheiden teil, die aus allen Bundesländern Deutschlands angereist kamen. Harte dreitägige Proben gingen der Wahl voraus.

In der groß aufgezogenen Show musste choreografisch alles stimmen. Somit blieb wenig Zeit für die Sehenswürdigkeiten der Stadt und ihrer Umgebung. Am 8. Oktober dann der Höhepunkt: In der Diskothek „Top ten“ blieb kein Platz frei, die Vertreter der Presse und der TV-Stationen rangelten um günstige Positionen. Eine Persönlichkeit der Jury hatte Ines Bernhard besonders ins Herz geschlossen: Erina Prinzessin von Sachsen, Herzogin zu Sachsen. Ines war die Favoritin für sie.

Im eigenen Cocktailkleid, popig frisiert und geschminkt, begann die Vorstellung. Eine Superstimmung herrschte beim Publikum und erst recht, als sich die Damen in einheitlicher bunt schillernder Badebekleidung zeigten. Zehn von ihnen qualifizierten sich für die Endrunde, unter ihnen Ines Bernhard. Dass es letztendlich elf Damen waren, lag in der Punktgleichheit begründet. Die persönliche Vorstellung, wieder im Cocktailkleid, war entscheidend für das Ergebnis. Sprache, Rhetorik, Auskünfte zur Familie, zum Beruf und Hobby waren ausschlaggebend für den Gesamteindruck.

Unter großem Jubel und mit großer Freude nahm Ines Bernhard die Schleife als „Vize-Misses Germany“ entgegen. Sie konnte sich rühmen, eine der schönsten Frauen Deutschlands, die schönste Frau im Brandenburger Land und in Forst zu sein.

Den Titel „Miss Brandenburg“ trugen in den Folgejahren zwei weitere Forsterinnen. Merit Büttner, eine 18-jährige Gymnasiastin, wurde im Jahr 2003 „Miss Bautzen“ und noch im gleichen Jahr zur „Miss Brandenburg“ gewählt.

Isabell Bereit dagegen erblickte im „Krönungsjahr“ von Ines Bernhard das Licht der Welt. Die Ehre einer „Miss Brandenburg“ wurde der jungen Frau im Herbst 2010 zuteil.

Ines Bernhard blieb in den vergangenen zwanzig Jahren ihrem Beruf als Medizinisch-Technische Radiologieassistentin und ihrem Arbeitgeber, Dr. Uwe Spalteholz, treu. Mit Blick auf ihre damalige Wahl berichtet sie, dass diese ein besonderes Erlebnis war, welches sie nicht missen möchte. „Ich habe wunderbare Erfahrungen sammeln können, die ich später als Mitglied einer Jury den jungen Bewerberinnen weitergeben konnte. Vor allem, dass sie eine solche Wahl locker und mit Leichtigkeit angehen sollen“, so Ines Bernhard, die im vergangenem September vor dem Traualtar stand und jetzt den Namen Ines Ohlrogge trägt. „Mit großem Interesse verfolgte ich auch immer die Wahlen der Forster Rosenköniginnen. Dabei werden Erinnerungen an meine `Krönungen´ wach“, fügt sie hinzu. Voller Stolz spricht sie von ihrer Tochter und ihren zwei Enkelkindern, Leonie (9) und Leander (8). „Man soll jeden Tag, der einem geschenkt wird, genießen“ – so ihre Lebensphilosophie. Dazu zählt neben ihrer Familie auch ihr Hobby, die digitale Fotografie.