Vom Vorwurf des Raubes wurde er freigesprochen.

Maria F. (Name geändert) aus Forst wirkte sichtbar erleichtert, als ihr aus dem Schwurgerichtssaal die Nachricht überbracht wurde, dass sie als Opfer einer brutalen Sexualstraftat nicht als Zeugin aussagen müsse. Gerade hatte der Angeklagte Sandro B. nach langem Zögern gestanden, dass er die 52 Jahre alte Frau am 7. November 2009 zum Oralverkehr gezwungen hatte. Zum Prozessauftakt am Montag vor einer Woche hatte er das noch bestritten. Er hatte nur zugegeben, dass er von seinem Opfer Geld verlangt und es mit einem Schlagring auf der Hand verprügelt hatte, als er dieses nicht bekam. Außerdem gestand er damals, dass er die Frau zum Geschlechtsverkehr zwingen wollte (die RUNDSCHAU berichtete).

Im Urteil machte der Vorsitzende Richter deutlich, dass vor allem das Geständnis des Angeklagten ausschlaggebend war, die Tat als minderschweren Fall einzustufen und damit den vorgesehenen Strafrahmen von mindestens fünf Jahren Gefängnis unterschreiten zu können. Es folgte damit der Einschätzung von Verteidiger Falk Müller. Als strafmildernd wertete das Gericht zudem, dass sich B. kurz nach der Flucht gestellt hatte, dass er nicht vorbestraft ist und Reue zeigte. So bot er freiwillig an, dem Opfer 1000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Allerdings machte das Gericht auch klar, dass der Angeklagte die Arglosigkeit der Frau missbraucht habe. Sie hatte ihn am Tattag früh gegen 5.30 Uhr ins Haus gelassen, in dem der Angeklagte nach einem Disko-Besuch seinen Vater bei dessen Freund vermutet hatte. Nach einem harmlosen Gespräch in der Wohnung des Opfers habe er dann brutal zugeschlagen und F. zu den sexuellen Handlungen gezwungen. Die musste sich aus Ekel erbrechen, dennoch habe der Angeklagte nicht von seinem Vorhaben gelassen, hieß es in der Urteilsbegründung. Nur weil sich die Frau heftig wehrte, konnte B. den Geschlechtsverkehr nicht vollziehen. Die Patientin sei übel zugerichtet gewesen, erinnerte sich der Arzt, der sie behandelt hatte und als Zeuge aussagte.

Staatsanwältin Martina Eberhart zeigte sich von dem Urteil enttäuscht, vor allem darüber, dass das Gericht die Vergewaltigung als minderschweren Fall eingestuft hat. Sie hatte in ihrem Plädoyer sechs Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.