Sie nämlich müssen gegen Ende des Jahres Massen an Karpfen aus dem Wasser fischen, was bei zugefrorenen Gewässern kompliziert ist.

„Für uns ist das Wetter gut“, freut sich Vera Junghanns, die zurzeit alle Hände voll zu tun hat. Während andere Gebrauch vom Urlaubskontingent machen, um am Jahresende die Beine hochzulegen und zu entspannen, beginnt für die Teichwirtschaft Eulo die Rush-Hour. Denn zu Weihnachten und Silvester ist der Karpfen so gefragt wie zu keiner anderen Jahreszeit. Wenn täglich etwa 300 Gäste in den Laden spazieren, „muss alles klappen“, sagt Vera Junghanns. Drei Jahre lang wird ein Fisch herangezüchtet, bis er als Speisefisch zum Verzehr taugt. Um die Geschäfte mit den ökologisch gezüchteten Prachtfischen abwickeln zu können, muss sich Familie Junghanns sogar unentgeltliche Unterstützung ins Haus holen. Jedes Jahr wird die Mitarbeiterriege mit 15 Freiwilligen erweitert. Freunde und Familienangehörige, „ohne die wir die ganzen Silvesterkarpfen nicht an den Mann bringen könnten“, opfern ihre Freizeit und helfen beim Verkauf und der Zubereitung. „Das ist doch selbstverständlich“, sagt Andrea Bartsch, für die die Arbeit in der Fischerei eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag ist. Seit 15 Jahren beziehen die Junghanns‘ das Geschäft in der Cottbuser Straße. Im kommenden Sommer feiert der Betrieb 20-jähriges Bestehen. „Wir sind stolz und froh, dass wir uns etablieren konnten“, sagt Vera Junghanns. Froh wird man sicherlich auch sein, wenn der Stress nach Silvester abnimmt. Vera Junghanns: „Dann darf es gern auch schneien und gefrieren.“