Dem Fahrdienst des Roten Kreuzes in Forst droht das Aus. "Der Vorstand des DRK-Kreisverbandes Forst Spree-Neiße teilt mit, dass er am 27. August 2013 einstimmig beschlossen hat, die Betriebsabteilung Fahrdienst des DRK-Kreisverbandes Forst Spree-Neiße zum 31.Dezember 2013 zu schließen", heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz-Horschig.

Das DRK hat sich laut eigenen Angaben dazu veranlasst gesehen, den Fahrdienst zu schließen, nachdem es im Sommer dieses Jahres bei den Ausschreibungen zu den Leistungen des Schülerspezialverkehrs nur wenige der ausgeschriebenen Fahrtstrecken ergattern konnte. Der Landkreis hatte damals festgelegt, die Ausschreibung nach dem brandenburgischen Vergabegesetz an den Mindestlohn zu knüpfen. Dennoch gab es Bieter, die teilweise weit unter den Preisen des DRK geblieben waren. Viele Eltern hatten den Wechsel der teils langjährigen Betreiber kritisiert (die RUNDSCHAU berichtete).

"Sämtliche Bemühungen des Vorstandes, den Auftragswegfall zu kompensieren, sind gescheitert. Aus diesem Grund war die Schließung der Abteilung Fahrdienst wegen dauerhaften Wegfalls des Arbeitskräftebedarfs unausweichlich. Der Vorstand bedauert diese Maßnahme zutiefst", heißt es weiter in dem Vorstandsschreiben.

Betroffen von der Schließung sind rund 20 Mitarbeiter in der Kreisstadt. "Wir Mitarbeiter haben unser Möglichstes getan", so Andreas Passow vom Fahrdienst. Man habe in dem mehr als 20 Jahren, die der Fahrdienst besteht, stets darauf geachtet, freundlich zu den Fahrgästen zu sein. "Mit behinderten Menschen umzugehen ist etwas Besonderes."

Dennoch kritisieren Mitarbeiter auch das bisherige Verhalten. "Ich glaube die Geschäftsführung hat verschlafen sich an die modernen Zeiten anzupassen", sagte Anke Koch. Die Fahrdienstmitarbeiterin ist seit 2008 im Unternehmen. "Es gab so gut wie keine Marketingaktionen vom DRK. Wenn jemand die Kunden angesprochen und geworben hat, dann waren wir das", sagte sie am Dienstag. So hat der DRK auch eine Umstellung von den Schülerspezialtransporten auf mehr Alten- und Krankentransporte nicht rechtzeitig angegangen.

Für die Mitarbeiter geht es indes zunächst zumindest bis zum Ablauf ihrer Kündigungsfrist weiter. "Der Kreisverband hat auf der Betriebsversammlung erklärt, dass die Kündigungsfristen eingehalten werden", sagte Ralf Franke, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Einige Mitarbeiter haben Kündigungsfristen, die über ein halbes Jahr hinausreichen.

Unterdessen gibt es Vermutungen aus Mitarbeiterkreisen, dass eine Umwandlung von Teilzeitverträgen in Vollzeitverträge vor einigen Jahren dem Fahrdienst das Rückgrat gebrochen hätte. "Das muss man erstmal erwirtschaften", sagte ein Mitarbeiter gegenüber der RUNDSCHAU. Die Geschäftsführung wollte am Dienstagnachmittag keine weiteren Stellungnahmen abgeben.

Verdi fordert den Landkreis derweil auf zu überprüfen, ob die Bieter, die die Ausschreibungen für den Schülerspezialverkehr gewonnen haben, sich auch wirklich an die Vergaberichtlinien halten.

Nach neuen Beförderern umschauen müssen sich wohl nun die bisherigen Kunden des DRK-Fahrdienstes, zu denen neben dem BWS Behindertenwerk auch die Wichern-Schule in Forst gehört.