Eigentlich hatte es ein schneller Prozess werden sollen mit Verlesung der Anklage, Beweisaufnahme und Urteil an einem Verhandlungstag. Schließlich hatte der Angeklagte über seinen Verteidiger im Vorfeld angekündigt, im Sinne der Anklage ein Geständnis abzulegen. Damit wäre seinem Opfer, einer 52 Jahre alten Frau, die Aussage vor Gericht erspart geblieben. Doch es kam anders. Der Angeklagte räumte nur einen Teil der ihm zur Last gelegten Straftaten ein, die er am 7. November vergangenen Jahres in Forst begangen haben soll und wegen der er seitdem in Untersuchungshaft sitzt.Am Tattag ist er laut Anklage und nach eigener Aussage nach dem Besuch in einer Spielothek und einer Diskothek gegen fünf Uhr morgens vor dem Haus der Geschädigten aufgetaucht. Der zu diesem Zeitpunkt angetrunkene Sandro B. will dort seinen Vater gesucht haben. Statt des Gesuchten öffnete das spätere Opfer die Haustür. In der Wohnung der Frau, die er nur vom Sehen kannte, kam es laut Staatsanwaltschaft zunächst zu einem Gespräch, in dessen Verlauf er "in freundlichem Ton", wie der Beschuldigte versicherte, um Geld bat. "Ich bin spielsüchtig", begründete Sandro B. sein Verlangen. Als das spätere Opfer auf die Ebbe in der eigenen Kasse verwies, soll der junge Mann einen Schlagring aus der Tasche gezogen und die Geschädigte damit mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen haben. Im Krankenhaus wurden bei der Frau eine Platzwunde und Hämatome festgestellt. Mit Gewalt habe er diese nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gezwungen, sich zu entkleiden. Die Frau habe sich heftig gewehrt und sei ihrem Peiniger entkommen. Sandro B. flüchtete aus dem Fenster. Weil er jedoch einige Sachen in der Wohnung vergessen hatte, stellte er sich später der Polizei. "Mir war klar, dass sie mich kriegen", sagte er.Soweit räumte der Angeklagte das von der Staatsanwaltschaft festgestellte Tatgeschehen ein. Den schwersten Vorwurf aber, die vollendete Vergewaltigung, bestritt er wie schon im polizeilichen Ermittlungsverfahren auch vor Gericht. Laut Anklage hat er sein Opfer brutal zu einem vollendeten Sexualverkehr gezwungen. Als der Frau dabei übel wurde, soll er sie ins Bad geschleift haben. Danach habe er sie zurück aufs Bett gezerrt, mit dem Vorhaben, Geschlechtsverkehr zu erzwingen. Sandro B. erklärte, sich daran nicht erinnern zu können. Ein paar Sätze später schloss er ein solches Tatgeschehen gänzlich aus, für das eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und fünfzehn Jahren droht.Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetz t.lr-online.de/panorama