Allein bis Ende 2012 beträgt der Auftragswert 233 Millionen Euro, wie der Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt, Thomas Reiter, sagte.

Der Vertrag beinhaltet die Fortsetzung der von Astrium bereits seit zehn Jahren zu verantwortenden Leistungen für die ISS. Dazu zählen die Missionskontrolle, die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Experimente, das Astronautentraining sowie die Wartung aller europäischen ISS-Elemente. Astrium bleibe damit für die Organisation der optimalen Nutzung der europäischen ISS-Anteile verantwortlich, sagte der Direktor für bemannte Raumfahrt und Weltraumerkundung bei Astrium, Michael Menking. Die europäischen Anteile an der ISS betragen 8,7 Prozent.

Nachdem die ISS seit 2010 komplett aufgebaut sei, beginne nun die Phase der reinen wissenschaftlichen Nutzung, sagte Reiter. Die ISS sei vergleichbar mit dem Inneren einen Jumbojets. "Sie bietet genügend Raum für Forschung", fügte er hinzu. Seit 2001 wurden von den sechs Astronauten an Bord der ISS bereits 841 Experimente durchgeführt, wie der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner sagte.

57 davon wurden aus Deutschland beauftragt, so viele wie aus keinem anderen Land. Darunter sind auch die zwei Geoflow-Experimente der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, die helfen sollen, mithilfe einer Mini-Erde die Strömungen im Erdinneren und im Erdmantel nachzubilden.

Das Weltraumlabor Columbus ist Europas zentraler Beitrag zur ISS. Bis zu drei Astronauten gleichzeitig können dort Experimente zu verschiedenen Disziplinen der Naturwissenschaften durchführen.

Astrium und Esa vereinbarten zudem eine Reihe von Sparmaßnahmen. Ziel sei es, die Betriebskosten der europäischen Anteile an der ISS um 30 Prozent zu senken, sagte Reiter. Dennoch würden die Forschungsaktivitäten weiterentwickelt. Durch das langfristig vereinbarte Engagement könnten Abläufe gestrafft werden.

Das Raumfahrtunternehmen Astrium führt als Hauptauftragnehmer ein Konsortium von rund 40 europäischen Partnerunternehmen. Die ISS soll nach dem Willen der beteiligten Staaten bis mindestens 2020 im Einsatz sein. Sie kreist in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde. Sie ist so groß wie ein Fußballfeld und wiegt 400 Tonnen. Ihr Aufbau im All hat 13 Jahre gedauert. An der ISS sind 14 Staaten beteiligt, neben elf europäischen Ländern einschließlich Russland die USA, Kanada und Japan.