Der verheerende Zyklon "Pam" im Pazifik könnte nach Experten-Einschätzung eine Auswirkung des Klimawandels sein. "Die Rechenmodelle sagen alle voraus, dass die tropischen Wirbelstürme nicht häufiger werden, aber dass die Zahl der besonders starken Stürme steigt", sagte der Klimaforscher Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Montag. "Aber die Datenbasis reicht noch nicht aus, um sichere Aussagen treffen zu können." Dies werde erst in Jahrzehnten möglich sein. "Der Zyklon könnte aber ein Vorbote davon sein, was auf die Region zukommt."

Die Folgen der Wirbelstürme seien auch wegen des Anstiegs des Meeresspiegels gravierender, erläuterte Latif: "Seit 1900 ist der Meeresspiegel im Westpazifik um 20 Zentimeter gestiegen." Darum seien auch die Flutwellen höher, die an Land große Schäden anrichteten.

In der Nacht zu Samstag war Zyklon "Pam" über den Pazifikstaat Vanuatu hinweggefegt und hatte gewaltige Zerstörungen angerichtet. Die Zahl der Opfer ist unklar, das Schicksal von Zehntausenden Menschen ungewiss. Zu den anderen Inseln des Staates bestand immer noch kein Kontakt. Viele sind nur in ein oder zwei Tagesreisen per Boot zu erreichen.

Die Nothilfe läuft auf Hochtouren. Mehrere Frachtmaschinen aus Australien und Neuseeland landeten am Montag auf dem beschädigten Flughafen der Hauptstadt Port Vila mit Trinkwasser, Plastikplanen und Nahrung. Einige Geschäfte seien bereits wieder geöffnet, berichtete der deutsche Honorarkonsul Jörg Michael Schwartze. Einige Stadtteile hätten wieder Trinkwasser aus der Leitung. Strom gab es nicht.