Es ist keine Besserung in Sicht, sagt Oberförsterin Barbara Schubert. "In der Tendenz hat sich im Vergleich zum Jahr 2012 nichts Wesentliches verändert." Soll heißen: Die Menschen verwandeln den Wald wie gewohnt in eine Müllhalde. Das ist nicht übertrieben. Hat doch die Oberförsterei Cottbus allein bis Ende August rund 100 Tonnen Abfall aus ihren Wäldern zusammengetragen. Das Gebiet der Oberförsterei Cottbus erstreckt sich über die Stadt Cottbus und den nördlichen Spree-Neiße-Kreis. Das sind rund 38 500 Hektar Wald.

"Die Umweltsünden sind nach wie vor umfangreich", sagt Barbara Schubert. "Es wird nicht nur Hausmüll weggeworfen, um die Kosten für die Mülltonne zu sparen." In den Wäldern werden demnach ausgediente Kühlschränke und Kühltruhen, Fernsehgeräte, Computer, Herde, Wohnschränke, Betten und Schadstoffe aller Art gefunden. "Leider nehmen die Bürger oft nicht wahr, dass auch die Ablagerung von Gartenabfällen, Gras- und Strauchschnitt der Waldverschmutzung zuzurechnen sind."

Schwerpunkt der Müllablagerungen sind laut Oberförsterei die Wälder rund um Cottbus, aber auch der Stadt Guben. Aber auch im Umkreis von Peitz, der Gemeinde Burg und Jänschwalde registrieren die Forstwirte gehäuft Umweltsünden.

In diesem Jahr sind bislang Kosten von rund 10 000 Euro für die Müllentsorgung aufgelaufen. "Bis Jahresende rechnen wir mit einem Kostenanstieg auf 15 000 bis 17 000 Euro", erklärt die Oberförsterin. Die Ausgaben für die Sammelaktionen beziehen sich demnach auf Lohnkosten für die anfallenden Arbeitsstunden sowie die Kosten für Fahrzeuge, Maschinen und Geräte. Container zur Müllbeseitigung stellen sowohl der Landkreis Spree-Neiße als auch die Stadt Cottbus. "In jedem Fall sind es Steuergelder, die dafür ausgegeben werden", stellt Barbara Schubert fest.

Bis Ende August summierten sich die Arbeitsstunden der Forstleute für die Müllentsorgung auf rund 300 Stück. Bis zum Ende des Jahrs werden es wohl etwa 500 sein, schätzt die Leiterin der Oberförsterei Cottbus. Die zuständigen Revierförster nehmen die Ermittlungen auf.

Zum Thema:
Paragraf 24 des Brandenburger Landeswaldgesetzes definiert den Begriff der Waldverschmutzung und regelt deren Beseitigung. Die Untere Forstbehörde kann demnach die Beseitigung verfügen oder auch die Beseitigung auf Kosten des Verursachers vornehmen. Parallel dazu kann sie laut Landeswaldgesetz ein Bußgeldbis zu 20 000 Euro veranlassen.