Auch das dritte Schwarze-Elster-Forum war von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der SPD-Landtagsabgeordneten Barbara Hackenschmidt und der Arge „Schwarze Elster“ organisiert worden. Allerdings stand diesmal nicht die Schwarze Elster, sondern die Kleine Elster im Mittelpunkt.

Doch auch die Maßnahmen, die man im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie an dem Nebenfluss der Schwarzen Elster plant, sind aufwendig – sowohl was Zeit und Kosten, als auch die Umsetzung im Hinblick auf die unterschiedlichen Interessen der Anrainer betrifft. Rund 70 Zuhörer verfolgten, wie Frank Pretzel vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) und Thomas Holbe, Projektleiter bei der Fugro Consult GmbH, dem vom LUGV beauftragten Planungsbüro, über den Stand des Gewässerentwicklungskonzepts Kleine Elster informierten.

Naturnah und artenreich

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten unter anderem, bis 2015 alle Oberflächengewässer in einen „guten ökologischen Zustand“ zu versetzen. Das bedeutet, dass Seen und Fließgewässer naturnaher, artenreicher und sauberer werden sollen. In Brandenburg soll dieses Ziel für die einzelnen Oberflächengewässer mithilfe sogenannter Gewässerentwicklungskonzepte (GEK) erreicht werden. Ein GEK beinhaltet unter anderem Voruntersuchungen sowie Planvorschläge und listet die Defizite auf, die nach Lesart der WRRL am Gewässer bestehen.

Ausführlich schilderten Pretzel und Holbe in Maasdorf die Grundlagen und die Methodik des GEK Kleine Elster, das neben diesem Fluss noch 19 weitere kleine Fließgewässer umfasst. Rund 700 Maßnahmenvorschläge, die zunächst als Diskussionsgrundlage dienen sollen, sind ein Ergebnis des Konzeptes. Sie zielen auf die Abstellung verschiedener Defizite am Gewässer. Defizite können beispielsweise diffuse Stoffeinträge aus der Landwirtschaft sein, aber auch das Fehlen von Gewässerrandstrukturen oder eines Gewässerkorridors, zu tiefe Gewässerprofile und der Mangel an typischen Arten beziehungsweise das Auftreten von ortsfremden Arten.

Drei prioritäre GEK-Maßnahmen werden in absehbarer Zeit im Einzugsbereich der Kleinen Elster verwirklicht: Eine Renaturierung am Oberlauf des Flusses im Bereich des Lugbeckens im kommenden Jahr sowie die Renaturierung des Breiten Grabens und die Schaffung einer ökologischen Durchgängigkeit am Wehr bei Wahrenbrück – beide Maßnahmen erscheinen noch auf der Liste 2011.

„Ich denke, es ist heute deutlich geworden, dass viel Aufwand hinter den Plänen steckt“, resümierte Barbara Hackenschmidt am Ende der Vorträge. „Das geht nicht nach dem Motto: Wer hat mal schnell eine Idee?“ Zum einen bestehe über die europäischen Vorgaben die Pflicht, etwas zu tun. Zum anderen bestünden aber auch finanzielle Zwänge.

Region ist kompromissbreit

Kritisch merkte Kurt Tranze, Ortsvorsteher von Wahrenbrück, an, dass er eine falsche Reihenfolge bei den Maßnahmen erkenne. Statt das Wehr bei Wahrenbrück ökologisch durchgängig zu machen, sollten aus seiner Sicht zunächst die Deiche entlang der Stadt saniert werden, um die Siedlung vor Hochwasser zu schützen.

Demgegenüber erklärte Frank Pretzel, dass im Rahmen des GEK lediglich Fragen des ökologischen Gewässerzustandes betrachtet würden, sich also die Frage nicht stelle, ob man statt der ökologischen Durchlässigkeit des Wehres lieber die Sanierung der Deiche anstrebe.

Als einen „Mosaikstein im Bemühen, die Region mitzunehmen“ bezeichnete Andreas Claus, Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück und Sprecher der ARGE „Schwarze Elster“, abschließend die Veranstaltung in Maasdorf. Auch Frank Pretzel und Thomas Holbe zeigten sich erfreut über das Interesse von Bürgern. Holbe sagte: „Ich bin froh, dass Kompromissbereitschaft in der Region vorhanden ist.“ Die sei nicht überall selbstverständlich.