An Bord des abgestürzten Flugzeugs der Ethiopian Airlines waren mindestens 19 Mitarbeiter der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen. Das teilte der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), António Vitorino, in Genf mit. Bei dem Unglück am Sonntag in Äthiopien waren alle 157 Insassen ums Leben gekommen.

Vitorino beklagte den Tod einer jungen deutschen IOM-Mitarbeiterin, die auf dem Weg zu einem Trainingskurs in Nairobi war. Bei der Tragödie starben auch Angestellte des Welternährungsprogramm, des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, der Internationalen Telekommunikationsunion, des Umweltprogramm Unep und der Weltbank.

Den Angaben zufolge waren Menschen aus 32 Staaten unter den Passagieren des Fluges ET302 von Addis Abeba nach Nairobi. Laut Medienberichten ereignete sich das Unglück kurz nach dem Start der Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8.

Nach dem Absturz in Äthiopien müssen chinesische Fluggesellschaften Maschinen gleichen Typs vorerst am Boden lassen. Das ordnete die chinesische Luftfahrtbehörde am Montag als Sicherheitsmaßnahme an. Sie verwies auf den Absturz der Boeing der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines am Sonntag und den Absturz eines Flugzeug vom gleichen Typ im Oktober in Indonesien.

Es gebe „Ähnlichkeiten“ zwischen beiden Katastrophen, erklärte die chinesische Luftfahrtbehörde: Es habe sich jeweils um neu ausgelieferte Boeing 737 MAX 8 gehandelt, außerdem seien beide Maschinen in der Startphase verunglückt.

Nun solle Kontakt mit der US-Luftfahrtbehörde FAA und mit Boeing aufgenommen werden. Der Flugbetrieb könne wieder aufgenommen werden, wenn der US-Flugzeugbauer und die FAA Maßnahmen ergriffen hätten, um die Sicherheit der Flüge zu garantieren.

Nach dem Absturz in Indonesien kritisierten Luftfahrtexperten, Boeing habe die Fluggesellschaften und Piloten nicht ausreichend über ein neues System gegen Strömungsabrisse informiert. Kritisiert wurde auch das Piloten-Training für das neue Modell.

Allerdings hätte die Lion-Air-Maschine laut einem vorläufigen Untersuchungsbericht der indonesischen Behörden wegen gravierender technischer Mängel nicht starten dürfen. Die Maschine hatte demnach Probleme mit den Geschwindigkeitsmessern und den AOA-Sensoren, die Daten zum Auftrieb eines Flugzeugs liefern. Der endgültige Untersuchungsbericht steht noch aus.

Die Ermittlungen zur Ursache des Flugzeugabsturzes in Äthiopien liefen derweil am Montag auf Hochtouren weiter. In Kürze sollen auch Experten von Boeing und der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB nach Äthiopien reisen.