Einen Anstieg der Starts und Landungen verzeichnet der Welzower Flughafen derzeit. 5000 waren es allein in diesem Jahr. Dennoch bleibt der Flugbetrieb ein Minus-Geschäft, das sich die Träger nun offenbar nicht mehr leisten wollen.

Mit bis zu 50 000 Euro hat der Landkreis Spree-Neiße sich in den vergangenen Jahren an den Betriebskosten der FBG Welzow beteiligt. 36 000 Euro sind es laut Plan in diesem Jahr. Ähnlich ergeht es den anderen Gesellschaftern: Spremberg, Welzow, Neu-Seeland und die Stadtwerke Spremberg. Angesichts der prekären Haushaltslage in den Kommunen machen die Aufsichtsbehörden nun Druck, diese freiwillige Ausgabe einzusparen. Bereits in seinem Haushaltssicherungskonzept für 2011 hat der Landkreis eine Streichung der Zahlungen ab 2014 eingeplant. Nun könnte das Aus noch schneller kommen.

„Unter dem Konsolidierungsdruck haben sich in den zurückliegenden Tagen alle Gesellschafter darauf verständigt, eine gemeinsam abgestimmte Beschlussfassung zur Auflösung des Unternehmens zum 1. Januar 2012 vorzubereiten“, heißt es in den Unterlagen für den Kreis-Wirtschaftsausschuss, der am heutigen Mittwoch um 17 Uhr tagt. Sitzungen in Spremberg und Welzow sind in den kommenden Wochen geplant. Der Kreistag könnte Ende des Monats den Ausstieg beschließen.

Neben den jährlichen Kosten fürchtet die Kreisverwaltung zudem nötige Investitionen in Landebahn und technische Anlagen des Flugplatzes. Gleichzeitig sei die Weiterführung des Flugbetriebes durch die Braunkohleaktivitäten rund um Welzow beeinflusst. Folgerichtig spricht die Kreisverwaltung in der Vorlage für den Wirtschaftsausschuss von „dauerhaft finanziellen Risiken“.

Bereits im Jahr 2001 hatte der Kreistag beschlossen, seine Anteile an der FBG zu verkaufen. „Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind diese Privatisierungsbemühungen jedoch gescheitert“, so die Kreisverwaltung. Deshalb soll nun der Rückzug erfolgen.

Hoffnung für Flugbetrieb

Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das Ende aller Aktivitäten auf dem Flugplatz. Der Modellflugklub Senftenberg/Welzow etwa könnte seine Aufstiegserlaubnis, die bisher über die FBG läuft, selbstständig übernehmen. Dies müsste bei der Luftfahrtbehörde beantragt werden, stellt aber aus Sicht der Kreisverwaltung kein größeres Problem dar. „Die Genehmigung ist unproblematisch, weil der Betrieb schon läuft und alle Voraussetzungen gegeben sind“, so die Kreisverwaltung.

Für den Wasserlandeplatz könnte es ebenfalls eine Zukunft geben. Dafür ist ein Halterschaftswechsel erforderlich. Erste Sondierungsgespräche mit dem Bürgermeister von Neuhausen und dem Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Neuhausen sollen laut Darstellung der Kreisverwaltung ergeben haben, dass ein solcher Wechsel möglich ist. Eine Umlagerung der sieben in Welzow geparkten Flugzeuge in den Neuhausener Hangar sei möglich, ebenso eine Abfertigung von bis zu fünf Tonnen Abflugmasse.