Der Konflikt speist sich aus 2,8 Millionen Euro: Diese Summe haben die kommunalen Gesellschafter der Flugplatz-Betriebsgesellschaft in den Jahren 2003 bis 2011 überwiesen. Hinzu kommen Fördermittel in Höhe von mehr als 400 000 Euro seitens des Landes Brandenburg seit dem Jahr 2006. Bereits damals hielt Andreas Lemke in einem Brief an die Vorsitzende des Spremberger Stadtparlaments, Elke Franke, fest: Das Anlagevermögen der Betriebsgesellschaft sei trotz des Finanztransfers unter einer Million Euro geblieben - und statt für Investitionen für Betriebskosten aufgebraucht worden, zu denen auch das Geld für Personal zählt.

Der bisherige Aufsichtsrats-Chef Frank-Michael Schober, der auch für die CDU im Spremberger Stadtparlament arbeitet, hatte sich stets für weitere Investitionen stark gemacht. Deshalb warf er vor wenigen Tagen auch das Handtuch: Er zeigt sich enttäuscht darüber, dass die Stadt Spremberg wegen anhaltender Verluste die Flugplatz-Betriebsgesellschaft verlassen will.

Die Gegenposition zu Frank-Michael Schober bezieht seit vielen Jahren Andreas Lemke: Auf dem Flugplatz werde ein Personalaufwand wie für eine überregionale Anlage betrieben, woraus viel zu hohe Kosten resultieren. "Auch die Notwendigkeit und Auslastung einer Sekretärin auf so einem kleinen Flugplatz gilt es zu hinterfragen", stellte Andreas Lemke im Jahr 2006 fest.

Seine Kritik geht noch weiter: Der Geschäftsführung fehle das Gespür für die Belange der Flieger. Unangebrachte Bürokratie vergraule potenzielle Investoren. Es sei an der Zeit, dass in Welzow über neue Wege zum Erhalt des Flugplatzes nachgedacht wird.

Derzeit hält sich Andreas Lemke in Bezug auf seine künftige Rolle im Aufsichtsrat bedeckt. Kein Geheimnis ist jedoch, dass ihm ein Modell nach dem Vorbild des Kamenzer Flugplatzes vorschwebt: Auch dort stieg die Stadt nach stetigen Verlusten aus - und dennoch existiert die Gesellschaft immer noch. Ein nebenamtlicher Geschäftsführer aus dem Rathaus verwalte das Unternehmen, und den Aufwand decke der Verein als Betriebsführer ab.

Falls Andreas Lemke also tatsächlich den Chefsessel im Aufsichtsrat des Welzower Flugplatzes besetzt, werden wohl auch Konsequenzen in der personellen Ausstattung des Unternehmens folgen. Derzeit arbeiten dort fünf Festangestellte. Die Aufsichtsräte erhalten jedoch keine finanzielle Vergütung. Im Jahr 2011 zählte die Betriebsgesellschaft nach Angaben des Geschäftsführers Uwe Rogin ungefähr 5200 Flugbewegungen. Er bedauert, dass Frank-Michael Schober den Aufsichtsrat verlässt: "Er war ein Urvater des Flugplatzes."