Von den etwa 500 Menschen an Bord konnten zunächst etwa 155 gerettet werden. Hunderte werden weiterhin vermisst, die Zahl der Opfer könnte daher noch steigen. Das Boot hatte am Donnerstagmorgen Feuer gefangen und war gekentert. Mehr als 130 Migranten ertranken, darunter auch drei Kinder und zwei schwangere Frauen, wie Italiens Innenminister Angelino Alfano sagte.

Berichten zufolge sollen einige Flüchtlinge auf dem Schiff eine Decke angezündet haben, um ein Fischerboot in der Nähe auf sich aufmerksam zu machen. Das Feuer breitete sich aus, das Schiff kenterte. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, soll das Schiff in etwa 40 Meter Tiefe vor der Nachbarinsel Isola dei Conigli im Mittelmeer liegen. Die Überlebenden der Schiffstragödie sollen überwiegend aus Somalia und Eritrea stammen. Die Migranten waren nach Angaben von Geretteten vor zwei Tagen in der libyschen Hafenstadt Misrata gestartet.

Regierungschef Enrico Letta bezeichnete den Tod der Flüchtlinge als "ungeheure Katastrophe".