Mehr als 4,5 Millionen Trainierende registrierte der Deutsche Sportstudio-Verband (DSSV) in Hamburg im Jahr 2006 in den rund 5600 deutschen Studios. Der durchschnittliche Jahresbeitrag pro Person beträgt dem Verband zufolge 485 Euro - also etwas mehr als 40 Euro im Monat. Bei den großen Ketten betrage der Jahresbeitrag sogar zwischen 670 und 1270 Euro und variiere je nach Standort, Ausstattung und Zusatzangeboten.
Anke Scheiber, Projektleiterin für Gesundheitsdienstleistungen bei der Stiftung Warentest in Berlin, hat für die Zeitschrift "test" 21 Studios von sieben großen Ketten untersucht. Ihr Fazit: Die Auswahl eines Studios und eine langfristige Vertragsbindung sollten wohl überlegt sein. "Nicht nur der Preis, sondern auch die Nähe zum Arbeitsplatz oder der Wohnung ist wichtig", sagt Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Öffnungszeiten seien weitere entscheidende Auswahlkriterien.
Mehr als zwei Drittel der Neueinsteiger stellen laut Stiftung Warentest das Training nach spätestens sechs Monaten wieder ein - zahlen müssen sie trotzdem. "Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nur aufgrund längerer Trainingsunfähigkeit durch Verletzung oder Krankheit, bei Schwangerschaft, Wehrdienst oder Umzug", listet Rechtsanwalt Sascha Kugler aus Berlin auf. Dann sei es möglich, zum Monatsende aus dem Vertrag auszuscheiden.

Oft Probleme bei Umzug im Ort
Im letztgenannten Fall zum Beispiel sei dann maßgeblich, dass der Kunde sich "aus dem Einzugsbereich entfernt": Bei einem Umzug in eine andere Stadt sei das kein Problem, beim Wohnungswechsel innerhalb von großen Städten könne es aber schwierig sein. "Wenn ich ein anderes Studio direkt neben der neuen Wohnung habe, sollte es aber möglich sein, den leichteren Zugang geltend zu machen", sagt Kugler. Im Fall einer Verletzung, die das Trainieren für einige Zeit unmöglich macht, müsse auch eine Vertragsaussetzung drin sein.
Immer wieder führen die Verträge zum Rechtsstreit: So mahnte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in den vergangenen drei Jahren mehr als 200 Klauseln in den Papieren der Studiobetreiber ab. Es sei zum Beispiel nicht zulässig, dass sich ein Vertrag automatisch um zwölf Monate verlängert, wenn er nicht sechs Monate vorher schriftlich gekündigt wird: Die Kündigungsfrist darf drei Monate nicht übersteigen und muss rechtzeitig zum Vertragsende erfolgen, erläutert die Verbraucherschützerin Sievering-Wichers. Die Kündigung dürfe nach Ansicht der meisten Gerichte auch nicht an Termine wie das Quartals- oder Jahresende geknüpft sein.

Auf Zusatzgebühren achten
Außerdem sei es nicht rechtens, dass nur ein Amtsarzt die Trainingsunfähigkeit bescheinigen darf, fügt Kugler hinzu - jeder Hausarzt könne dies tun. Zudem dürften die Anbieter nicht grundsätzlich die Haftung bei Verletzungen ausschließen. "Achten Sie vor der Unterzeichnung eines Vertrags auch darauf, ob noch Zusatzgebühren anfallen", rät Anke Scheiber. Bisweilen würden mitten im Jahr eine "Servicegebühr" für die Verwaltung oder eine Pauschale für den Mitgliedsausweis verlangt.
Misstrauisch sollten Kunden am Fitness-Studio-Tresen auch dann werden, wenn mit angeblichen Sonderrabatten gelockt wird. "Wenn es heißt, ,Wenn du heute unterschreibst, kann ich dir die Aufnahmegebühr erlassen', geht es meist nur um einen schnellen Vertragsabschluss", sagt Scheiber. Nach Worten von Brigitte Sievering-Wichers sollten Kunden auch danach fragen, ob sie im Herbst nicht zunächst einen Vertrag für ein halbes Jahr abschließen können. "Wenn es Ihnen nicht gefällt, können Sie im Sommer ja wieder die Möglichkeiten an der frischen Luft nutzen."
Weitere nützliche Informationen zum Thema gibt der Ratgeber "Fitness-Studios: Auswahl und Vertrag". Er ist zum Preis von 4,90 Euro in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen erhältlich.

Tipp zum Thema Selbst kostenpflichtiges Probetraining lohnt
Bevor Sie sich langfristig an ein bestimmtes Fitness-Studio binden, sollte unbedingt ein Probetraining vereinbart werden. "Dafür fallen zwar manchmal Kosten an", sagt Anke Scheiber von der Stiftung Warentest. Es sei jedoch besser, das Geld am Anfang zu investieren, als einen Vertrag zu unterschreiben und später festzustellen, dass einem das Studio nicht passt.
Kommt ein Fitness-Studio in die engere Auswahl, ist es ratsam, sich auch die Mitglieder dort anzusehen: "Mit denen werden Sie nachher zusammen schwitzen und unter der Dusche stehen", sagt Anke Scheiber.
Wichtig bei der Wahl seines künftigen Fitness-Studios seien auch ein gutes Geräteangebot und eine professionelle Betreuung.