Einen besonderen Bonus sieht der Gesetzentwurf für ehrenamtliche Helfer vor, die sich mindestens 20 Stunden im Monat um alte, kranke oder behinderte Menschen kümmern. Sie erhalten mit dem Steuerbescheid für das Kalenderjahr 2007 einen besonderen Steuerrabatt von 300 Euro.
Sporttrainer, Jugendwarte, Ausbilder, Chorleiter, Dozenten an Volkshochschulen oder Bürger, die sich nebenberuflich in karitativen Organisationen oder im künstlerischen Bereich fürs Gemeinwohl engagieren, können bisher Aufwandsentschädigung von bis zu 1848 Euro pro Jahr steuerfrei einkassieren. Ausgaben erkennt das Finanzamt nur an, wenn sie den Freibetrag übersteigen.

Finanzielle Hilfe absetzbar
Spender, die kirchliche, religiöse und als besonders förderungswürdig anerkannte gemeinnützige Zwecke finanziell unterstützen, können ihre milden Gaben bisher maximal bis zur Höhe von fünf Prozent ihres Jahreseinkommens steuersparend abziehen. Der Höchstbetrag erhöht sich um weitere fünf Prozent für mildtätige, wissenschaftliche und als besonders förderungswürdig anerkannte kulturelle Zwecke.
Ab 2007 wird der maximale Spendenabzug von zehn auf 20 Prozent des Einkommens angehoben. Das lohnt sich auch für viele ehrenamtliche Helfer in Vereinen. Wer den Nachwuchs zum Auswärtsspiel fährt und seine Fahrtkosten nicht ersetzt bekommt, kann Steuern sparen. Der Schatzmeister darf in Höhe der ersparten Ausgaben nämlich eine Spendenquittung ausstellen. Bei der Erstattung von Fahrtkosten gibt es im Regelfall keine Schwierigkeiten mit dem Fiskus, wenn pro gefahrenem Kilometer ein Pauschbetrag von 0,30 Euro bescheinigt wird.

Entgangenen Verdienst ausgleichen
Setzen Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit ihre Arbeitskraft im Dienste der Allgemeinheit ein, können sie den "entgangenen Verdienst" als Spende steuerbegünstigt geltend machen. Das funktioniert aber nur, wenn vor dem Arbeitseinsatz bereits ein Anspruch auf Vergütung zum Beispiel in der Vereinssatzung festgeschrieben wurde, der Verein grundsätzlich auch zur Zahlung des Lohns in der Lage wäre und das Vereinsmitglied freiwillig und zeitnah auf den Vergütungsanspruch verzichtet.
Wer für sein ehrenamtliches Engagement keine Aufwandsentschädigung erhält, zahlt Telefonkosten, Porto, Fahrtkosten und andere Aufwendungen aus eigener Tasche. Hängt das Ehrenamt jedoch direkt mit dem Hauptberuf zusammen, können die Kosten in der jährlichen Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das funktioniert zum Beispiel bei einer Tätigkeit als Personalratsmitglied oder Gewerkschaftsvertreter. Ehrenamtlich tätige Betreuer hilfloser Menschen müssen die vom Amtsgericht gewährte Entschädigung von 312 Euro pro Vormundschaft in der Steuererklärung angeben.
Nach einem Erlass des Bayerischen Finanzministeriums vom 7. April 2004 (Az.: 32/34 - S 2337-156-15 628/04) werden jedoch ohne großen Papierkram 25 Prozent der Aufwandsentschädigung pauschal (25 Prozent von 312 Euro = 78 Euro) als abzugsfähige Kosten anerkannt. Verbleiben danach nur noch Einkünfte unter 256 Euro, verzichtet das Finanzamt komplett auf einen Steuer abzug. (ddp.djn/sh)