Der Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) steht vergleichsweise gut da, obwohl er laut Schmidt landesweit die mit Abstand niedrigste Schlüsselzuweisung erhält: im Jahr 2011 rund 10,5 Millionen Euro, nächstes Jahr 11,5 Millionen Euro. Das ist kein Widerspruch. "Die Höhe der Zuweisung richtet sich - vereinfacht ausgedrückt - nach den zur Verfügung stehenden Steuereinnahmen des Landes und der Finanzkraft der Kreise", erläutert Wolfgang Schmidt. "Ich bin sehr froh, dass wir so wenig Schlüsselzuweisung bekommen - weil dies Ausdruck dafür ist, dass wir im Wesentlichen aus eigener Kraft den Haushalt stemmen können", sagt Schmidt. Damit hätten es allein die LDS-Kreistagsabgeordneten und die Verwaltungsführung in der Hand, das strukturelle Defizit von zurzeit zehn Millionen Euro auszugleichen. "Anders als in vielen anderen Kreisen kann der LDS damit seine Probleme voraussichtlich langfristig alleine lösen", so der Finanzchef. Das sei eine unbestritten luxuriöse Situation im Land, "nimmt uns aber auch stärker in die Verantwortung".

Schmidt zufolge bekommen alle Landkreise Südbrandenburgs 2012 eine höhere Schlüsselzuweisung als 2011. Außerdem werde der Bund die Kreise bei den Kosten der Unterkunft erheblich entlasten.Für neue Aufgaben gelte in Brandenburg, dass das Land in solchen Fällen zur Kostener stattung verpflichtet sei. "Die anderen Landkreise verschweigen das gern und reduzieren ihre Aussage zum Beispiel darauf, dass der LDS ja bei seiner prozentual niedrigen Kreisumlage mehr als 70 Millionen Euro einnimmt und sie deutlich weniger", erläutert Wolfgang Schmidt. "Aber der Oberspreewald-Lausitz-Kreis zum Beispiel erhält mit 26 Millionen Euro Schlüsselzuweisung deutlich mehr als der LDS - eben deshalb, um einen Ausgleich zu schaffen", so Schmidt. "Insofern hinken Vergleiche immer etwas."

Dass die Solidarpaktmittel, andere Zuweisungen des Bundes und auch die EU-Mittel rückläufig sind "ist seit Jahren bekannt und angekündigt - und eben auch logisch", sagt Wolfgang Schmidt. Allein in Dahme-Spreewald sind aus EU-Mitteln in den vergangenen Jahren über 300 Millionen Euro zur Wirtschaftsförderung geflossen. "Dazu kommen die Aufbau-Ost-Mittel zur Schaffung von Infrastruktur und für Schulsanierungen. Das ist langfristig natürlich nicht leistbar", erklärt der Finanzfachmann.

Schmidt hält die Diskussion um die Finanzausstattung der Kommunen für müßig. Er sagt: "Egal auf welcher Ebene nach mehr Geld gerufen wird: Am Ende kommt das Geld nicht von dem Land, dem Bund oder den Gemeindem." Es sei immer einfach nur das Geld der Steuerzahler. "Das Problem ist, dass jede Ebene meint, sie könnte besser Geld ausgeben als die andere. Der Bürgermeister, weil er einfach näher dran ist, der Kreis, weil er für den Ausgleich in der Fläche zuständig ist, oder der Bund, weil er aus der Vogelperspektive objektive Gleichberechtigung walten lassen kann", erklärt Wolfgang Schmidt. Für ihn steht fest: "Was die Kreise vom Land mehr haben wollen, müsste das Land woanders streichen: beim Straßenbau, bei Schulen und Bildungoder beim Umweltschutz." Auch der Landkreis Dahme-Spreewald werde sicher einige seiner Leistungen einschränken oder alternativ seine Einnahmen erhöhen müssen.