Weil das Land seinen angekündigten Beitrag nicht zahlt, hat die Stadt einen Baustopp verhängt. Rund 600 000 Euro können für den Ausbau eines Bahnüberganges veranschlagt werden. Im Herzberger Stadtgebiet beträfe dies zum Beispiel die Übergänge zwischen Gräfendorf und Fermerswalde, Mahdel und Frauenhorst oder Gräfendorf und Buckau. Laut Bahnkreuzungsvereinbarung tragen die Kommunen ein Drittel der Kosten. "Dafür soll es Fördermittel vom Land geben, und zwar 75 Prozent des kommunalen Anteils. Wir haben die Aussage, dass diese Gelder gesichert sind", erklärte Herzbergs Bauamtsleiter Rüdiger Bader unlängst dem Bauausschusses der Stadt. Mit dem Ausbau eines Bahnüberganges wurde bereits 2009 begonnen. Doch statt der Fördermittel flatterte laut Bader im Dezember vergangenen Jahres von der Bahn eine Rechnung über 100 000 Euro ins Haus, die die Stadt zurückgewiesen habe. Am 5. Januar habe Herzberg einen Baustopp für die Bahnübergänge verhängt bis die Finanzierungsfrage mit dem Land geklärt sei. Eine Anfrage beim Landesbetrieb Straßenwesen in Hoppegarten blieb unbeantwortet. Am 3. März habe man sich wieder dort erkundigt, so der Bauamtsleiter. Im Ergebnis habe er erfahren, dass die Fördermittel für den Herzberger Bahnübergang, der jetzt schon fertiggestellt ist, im erweiterten Bedarf stünden. "Wenn das Land schon für den ersten Bahnübergang keine Mittel zur Verfügung stellt, was soll das dann bei den Nächsten werden?, fragte Rüdiger Bader im Bauausschuss. "Das Land hat kein Geld, doch die Bahn baut weiter und will von den Kommunen Geld. Deshalb haben wir einen Stopp der Ausschreibungen und Bauleistungen verhängt", so der Bauamtsleiter. Dafür hat Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick volles Verständnis. Falkenberg ist noch nicht ganz soweit wie Herzberg, steht mit der Bahn in Verhandlung über sechs Übergänge im Stadtgebiet, die in den nächsten zwei Jahren zur Sanierung anstehen. Mit dem Bau wurde noch nicht begonnen. "Wir sitzen in den Startlöchern. Für dieses Jahr ist erst eine kleine Maßnahme geplant", sagt Quick. Aber viel weiter denken, darf auch er nicht. "Allein der Bahnübergang Schmerkendorf/Triftweg soll 800 000 Euro kosten. Wenn die Kommunen für ihren Drittelanteil keine Förderung vom Land bekommen, führt sie das in den finanziellen Kollaps. Birgit Rudow