"Noch im Dezember wird Fin das Kinderheim verlassen und zu seinen Großeltern ziehen", heißt es in einer Erklärung des Landratsamts.

Nachdem Fins Eltern bei einem schweren Verkehrsunfall am 11. November getötet wurden, übernahm das Kreisjugendamt Meißen die Betreuung. Der Junge lebt seitdem im Strehlaer Kinderheim. Dort wird er psychologisch betreut und kann weiterhin seine Kita besuchen. Man wolle den Jungen nicht aus seiner gewohnten Umgebung herausreißen, hieß es aus dem Jugendamt. Die Vormundschaft liegt zurzeit bei einer Riesaer Rechtsanwältin.

Die Großmutter mütterlicherseits entschied sich bereits wenige Tage nach dem Unfall, ihren Enkel nicht bei sich aufzunehmen.

Fins Eltern, eine 25-jährige Kosmetikerin und ein 24-jähriger Schweißer, lebten getrennt in Strehla. Sie starben auf dem Weg zu einer Karnevalsfeier, nachdem sie den Jungen gemeinsam zur Oma nach Oschatz gebracht hatten.

Der Kontakt des Jungen zu den Großeltern väterlicherseits, die in Löbau wohnen, hätte daher in den letzten Monaten nur in Telefonaten bestanden, erklärt das Landratsamt. Nun sei die Beziehung wieder enger geworden: "Neben der eigenen Trauer und der Erledigung aller notwendigen Angelegenheiten haben sich die Großeltern nach einer kurzen Bedenkzeit entschieden, das Enkelkind aufzunehmen."

Die Großeltern seien sich der Risiken für das Kind, das sich an sie als feste Bezugspersonen erst gewöhnen müsse, sehr bewusst. Das Landratsamt betont, das weitere Schicksal Fins sei indes zu keinem Zeitpunkt ungeklärt gewesen.

Der Fall hat zu einer breiten Anteilnahme geführt (RUNDSCHAU berichtete). Auf einem Spendenkonto des Arbeiter-Samariter-Bunds sind für Fin bislang mehr als 12 000 Euro an Spenden zusammengekommen.