" Sie stellt die Frage: Wie stark verändert ein Umbruch, der stets mit dem Stadtumbau einhergeht, den Menschen?

Zu ihren Gesprächspartnern zählt Gerd Schmiedel vom Spremberger Fachbereich für Bauen und Wohnen. Er kam in Klein Buckow zur Welt, das später dem Tagebau weichen musste - und weiß somit aus eigenem Erleben, was ein solcher Umbruch bedeutet. Als Beispiel aus der Wirtschaft nennt er den Standort Schwarze Pumpe: 15 016 Menschen arbeiteten dort im Jahr 1980, heute sind es noch nahezu 5000.

Rund 3000 leerstehende Wohnungen: Dieses Problem droht der Stadt im Jahr 2030 - wenn die Fachleute nicht eingreifen. Und genau dort liegt der Kern dieser Diskussionsrunde im Spreekino. "Abriss ist nicht alles", sagt Gerd Schmiedel. "Wir halten die Aufwertung vorhandener Bausubstanz für mindestens ebenso wichtig."

Professor Karl-Heinz Himmelmann vom Lehrstuhl für Medienpädagogik an der Brandenburgischen Technischen Universität hat in den Jahren 2003 bis 2006 viele Mieter während des Stadtumbaus im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf mit der Kamera begleitet. Zum Beispiel den Regisseur des Films "Holger und Hanna und der ganze kranke Rest", Matthias Heine, dessen Werk zur Premiere der Lausitziale in Spremberg gezeigt wurde. Im dokumentarischen Werk von Karl-Heinz Himmelmann sagt Matthias Heine: "Ich sehe, dass mein Wohnhaus abgerissen wird, und das gefällt mir einerseits nicht. Andererseits denke ich, dass es der richtige Weg ist."

Ein innerer Konflikt, dem sich viele Mieter ausgesetzt sehen, die mit Abrissarbeiten in ihrem Stadtviertel leben müssen. 30 Stunden Filmmaterial hat Karl-Heinz Himmelmann gesammelt. Einen winzigen Ausschnitt von 20 Minuten präsentiert der Filmemacher, der selbst nach wie vor in Cottbus-Sachsendorf wohnt, dem Publikum im Spremberger Spreekino.