„Die Leute in meiner Klasse sind in Ordnung“, stellt Felipe fest. Anfang Dezember kam er in Luckau an und drückt nun in seinen dreimonatigen Sommerferien am Bohnstedt-Gymnasium die Schulbank. Wenn er im Februar wieder zurückfährt, geht in Chile die Schule gleich wieder los. Die Sprache seines Gastlandes hat er seit dem zwölften Lebensjahr an der deutschen Schule in seiner Heimatstadt Puerto Montt gelernt, einer Hafenstadt im Süden Chiles.

Felipe besucht am Gymnasium die elfte Klasse. „Er hat einen speziellen Stundenplan bekommen“, erklärt Spanischlehrerin Andrea Martin. Sie ist an der Schule für die Organisation der Schüleraustausche zuständig. So wird er am Spanisch-Unterricht verschiedener Klassenstufen als Muttersprachler sein Wissen weitergeben. Mathematik und andere Fächer besucht der 17-Jährige mit seiner Klasse. Die Naturwissenschaften interessieren ihn besonders. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter Kinderärztin. In wessen Fußstapfen er einmal tritt, weiß Felipe noch nicht. Auch ein Studium in Deutschland kann er sich vorstellen. Seine Schwester, die Ingenieurin werden will, absolviert gerade ein Auslandssemester in Ingolstadt.

Jetzt lebt sich Felipe erst einmal in seiner Gastfamilie ein. Gemeinsam mit Anne Poreschack, seiner Schwester auf Zeit, fährt er jeden Morgen aus Bergen ins Gymnasium. „Der Unterricht beginnt hier zeitiger als an meiner Schule in Puerto Montt“, stellt Felipe fest. Und: „Hier geben sich alle zur Begrüßung die Hand.“

Bei Familie Poreschack hat er das Zimmer von Lisa bezogen. „Sie ist gerade als Austauschschülerin in Mexiko“, berichtet Lehrerin Andrea Martin. Ihr gefalle es so gut, dass sie sogar noch etwas länger als ein Jahr bleiben will. Anne lernt ebenfalls spanisch, doch in der Familie spricht Felipe deutsch. Er hat sich auch schnell an das deutsche Essen gewöhnt. „Ich esse eigentlich alles“, sagt er. Einige Rezepte hat er aus seinem Heimatland mitgebracht. „Ich kann nicht selber kochen, ich helfe dabei“, verspricht Felipe. Der deutsche Winter hat ihn bisher nicht erschreckt. Auch in seiner Heimatstadt regnet es oft. Und im Winter fährt er gern mit seinem Vater in die Berge zum Skilaufen. Schnee wird ihn deshalb in Deutschland nicht überraschen. Er freut sich auf die Ausflüge mit seiner Gastfamilie.

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Zum ThemaDas Luckauer Bohnstedt-Gymnasium fördert Sprachbegabungen. Neben der ersten Fremdsprache Englisch werden als zweite Fremdsprachen Spanisch, Russisch und Latein angeboten. Schülerreisen und –austausche ordnen sich in das Schulkonzept ein.Austauschschüler kommen an die Luckauer Schule, Gymnasiasten verbessern ihre Sprachkenntnisse aus dem Unterricht in anderen Ländern. Dafür können auch Stipendien vergeben werden.