„Diese Situation ist äußerst unbefriedigend“, kritisiert Fred Kaiser, Bürgermeister von Dissen-Striesow.

Der Bürgermeister mahnt, jetzt die Weichen zu stellen, „damit wir im nächsten Jahr nicht die gleiche Situation erleben“. Die Verantwortung für die Haushaltsführung liege beim Amtsdirektor.

Doppischer Haushalt

Auf eine RUNDSCHAU-Nachfrage beim Amt antwortet Verwaltungssprecherin Kerstin Möbes: „In den nächsten Wochen werden den Gemeinden die Haushalte vorgelegt.“

Die Umstellung auf die doppische Haushaltsführung habe nicht nur das Amt Burg vor eine große Herausforderung gestellt. Viele Kommunen stünden vor ähnlichen Problemen. Hinzu komme in Burg der schwangerschaftsbedingte Ausfall von zwei Mitarbeiterinnen der Kämmerei. Zwar habe das Amt zu Jahresbeginn deren Stellen befristet ausgeschrieben.

„Leider sind aber“, so Kerstin Möbes, „Fachkräfte, die Erfahrung mit der doppischen Haushaltsführung haben, sehr rar am Arbeitsmarkt. Nur eine Stelle konnte besetzt werden.“

Investitionen weiterführen

Im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung sei es dennoch möglich, begonnene Investitionen weiterzuführen, versichert die Amtsvertreterin. Allerdings könnten „neue Investitionen nicht begonnen werden“.

Genau das sorgt in Dissen-Striesow für Unmut. „Wir wollten in diesem Jahr den Weg auf dem Striesower Friedhof neu gestalten“, sagt Fred Kaiser. Dafür seien bereits im vergangenen Jahr alte Koniferen entfernt und der Wegebau vorbereitet worden. Die etwa 50 Meter lange Verbindung zwischen Eingang und Feierhalle präsentiert sich nun als unbefestigter Sandweg.

Keine Eigenleistung

„Auch wenn der Haushalt demnächst vorliegt, werden wir es in diesem Jahr nicht mehr schaffen, den Weg zu pflastern“, sagt der Bürgermeister.

Selbst der Versuch, die Arbeiten in Eigenleistung zu übernehmen, sei gescheitert. „Weil nicht einmal das Material beschaffbar ist“, so Kaiser.