Wer sich auf einen heftigen Schlagabtausch eingerichtet hatte, der sah sich enttäuscht. Lediglich FDP-Fraktionschef Eberhard Koch versuchte, doch noch eine Absenkung der Kreisumlage von 58 Millionen auf 56,98 Millionen Euro durchzusetzen. Er wurde jedoch vom amtierenden Landrat Olaf Lalk (CDU) ermahnt, dass für derlei Diskussion im Vorfeld sowohl in den Fraktionen als auch in den Ausschüssen reichlich Zeit gewesen sei.

Andreas Chrobot (CDU) sprang Lalk zur Seite. Er sprach von einer neuen Qualität der Haushaltsdebatte. Schon im Vorfeld seien die Knackpunkte und Risikofaktoren benannt worden. ,,Es ist klar, dass sich die schwierige Haushaltslage verschärfen wird", sagte er. Dennoch sei der Haushaltsplanentwurf ,,ein Kompromiss, mit dem die meisten Bürgermeister und Ortsvorsteher des Landkreises einverstanden sind, bis auf die Forster, Spremberger und Neuhausener". Sie hatten der Kreisumlage widersprochen. Auch Fraktionschefs und Ausschussmitglieder von SPD, dem Bündnis Freie Bürger und den Linken sprachen von einem Kompromiss, mit dem sie leben könnten, forderten allerdings Konsequenz beim im Haushaltssicherungskonzept anvisierten Abbau des Schuldenbergs auf 35,17 Millionen Euro bis 2013.

Die 36 anwesenden Kreistagsabgeordneten stimmten mehrheitlich gegen den Kreisumlage-Antrag von FDP-Fraktionschef Koch und einstimmig für das Haushaltssicherungskonzept 2009 bis 2013, für die Haushaltssatzung 2010 und für das Investitionsprogramm 2009 bis 2013 des Landkreises.